
Wie offen bist du, wenn du unterwegs bist?
Reisen ist sehr individuell. Nicht nur die Art und Weise des Transportes. Auch die Art der Unterkunft und wie die Zeit vor Ort verbracht wird. Hinzukommt dann die Dauer des unterwegs sein und die Erwartung an die Reise. Eventuell an das Land und die Menschen.
Somit macht jede Reisende eine ganz individuelle Erfahrung, weil so viele Faktoren mit hineinspielen. Und doch glauben wir, dass alles im Zusammenwirken vergleichen zu können. Wohl miteinander als auch uns selbst gegenüber. Sei es, dass wir manche Länder nicht besuchen, weil wir glauben zu wissen, wie schrecklich es dort ist. Oder das wir gereist sind und diese Reise mit einer anderen gemachten vergleichen. Was meist für einen Trip schlecht ausgeht, da das immer beim Vergleichen ist. Wir berauben uns in diesem Moment selber. Wir rauben uns die Individualität und Einzigartigkeit des Erlebten. Wie schrecklich ist das.
Und dann steht da noch eine Frage im Raum:
Wie behaftet bist du in deinen Vorstellungen und wie verklärt siehst du manche Orte?
Ich behaupte, dass uns das blind macht für das, was wirklich da ist. Fehlende Offenheit und Neugier behindert unseren Blick. Und ja, oft glauben wir zu wissen, wie es andernorts ist. Weil wir eine Reportage gesehen und von Freunden etwas gehört haben. Aber: Ist das die Wahrheit oder nur die Wahrheit derer, die bereits dort waren? Und kann es sein, dass unsere Wahrheit eine ganz andere ist? Die Antwort finden wir nur, wenn wir neugierig bleiben, nachfragen oder hinfahren.
Die Welt ist da, um angeschaut zu werden in ihrer Vielfalt und Schönheit. Mit den verschiedenen Kulturen und Menschen und Eigenarten. Ich bin überzeugt, dass das ein Sinn unseres Daseins ist. Und gleichzeitig kann man das Thema Reisen ebenso als Metapher nehmen für das eigene Leben. Auch das ist eine Reise. Die Art und Weise, wie ein jede unterwegs ist und ihre Entscheidungen trifft, ist sehr persönlich. Ebenso welche Wege wir gehen und welche Erfahrungen wir machen wollen oder auch nicht.
Je offener wir dafür sind, desto weniger vergleichen wir einander. Umso eher sehen wir die Schönheit des einzelnen Moments. Desto größer ist die Chance, dass wir uns trauen, Wünsche und Ziele umzusetzen, weil wir sie einfach erleben wollen.
Unterwegs sein bedeutet, schauen und stehen bleiben. Genießen und aufbrechen. Es ist mehr, als wir glauben und es lohnt sich. Nicht weil ich davon ausgehe, dass wir am Ende etwas gewinnen. Sondern weil ich überzeugt bin, dass das der Weg ist, für den wir hier sind.
Welche Gedanken kommen dir bei dem Thema?
Alles lIebe,
Jana
