Gehaltvoll kommunizieren

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Vor vielen Jahren habe ich eine Ausbildung in der Gewaltfreien Kommunikation gemacht.

Ich liebe dieses Instrument, da es mir ein guter Wegweiser in schwierigen Situation ist. Die GFK beinhaltet vier Schritte: Beobachtung – Fühlen – Bedürfnis – Bitte. Dahinter verbirgt sich, dass ich all das, was ich sehe und höre, wertfrei beobachte und dann in mein Gefühl gehe. Wie fühlt es sich an, was das gerade im Außen passiert. Wo fühle ich es und wie intensiv ist es. Über diese Brücke gelange ich dann zu meinem unerfüllten oder erfüllten Bedürfnisse und kann daraus eine Bitte an mein Gegenüber stellen. Klingt logisch. Klingt einfach. Kann ich abarbeiten.

Und ja, in den ersten Jahren hab ich genau das gemacht. Ich hab mir meine Liste von Gefühlen genommen und geschaut, welche Wahrnehmung denn am Besten passen würde. Darauf habe ich getippt und danach das passende Bedürfnis herausgeholt. Und ja, in den ersten Jahren war das ein heilsamer Weg, weil ich allein durch die neutrale Beobachtung viele Situation anders bewältigt habe, als ich es vorher tat.

Je mehr ich mich nun aber mit mir beschäftige, desto mehr spüre ich, dass ich damals gar nicht ins Gefühl gekommen bin, sondern logisch vom Kopf her alles gelöst habe.

Warum bin ich nicht ins Gefühl gekommen?

Weil Fühlen manchmal schmerzt.

Weil Fühlen unabhängig von Uhrzeit und Dauer anhalten kann.

Weil Fühlen nicht immer einen logischen Namen hat.

Weil Fühlen einfach nur das Wahrnehmen von Körperempfindungen sind.

(Danke an Stefan Hiene für deine stets heilsame Erklärung dazu)

Doch im Alltag nehmen wir uns oft nicht den Raum, denn es braucht, um zu fühlen.

Weil wir halt noch einkaufen und die nächste Präsentation vorbereiten müssen.

Wir haben viele Gründe, die scheinbar wichtiger sind, als das, was in uns los ist.

Dabei ist genau das, dass Allerwichtigste.

Wir und das, was wir fühlen.

Denn das ist unser Navigationssystem durchs Leben.

Alles Liebe,

Jana