Nähe trotz Distanz

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So widersprüchlich es sich im ersten Moment anhört – Nähe trotz Distanz – so sehr ist das möglich. Viele von uns definieren ihr Miteinander durch Nähe. Damit verbunden sind nicht nur warme Worte und Berührungen, sondern auch wo der Mensch wohnt. Ist er/sie schnell greifbar, wenn ich ihn/sie brauche? Kann ich übers Wochenende zu ihm/ihr fahren, ohne weite Strecken auf mich zu nehmen? Oder kann ich auf ein Sprung schnell vorbei kommen, weil wir in der selben Stadt wohnen. Nähe ist ein Begriff, der oft mit Distanz gleichgesetzt wird. Doch sobald wir uns auf diesem Weg befinden, befinden wir uns im Außen. Wir sind mit Faktoren im Aussen beschäftigt und definieren damit unsere Beziehung.

Dabei geht es doch im Miteinander um soviel mehr, als darum am selben Fleck zu wohnen. Und doch ist das entscheidend für viele Menschen.

„Freundschaft auf Distanz, dass geht mit mir nicht.“ – „Wenn jeder woanders wohnt, dann verlieren wir uns einfach aus den Augen.“ – Aus dem Auge, aus dem Sinne. Eine passende Binsenweisheit zum Thema.

Doch, ist das wirklich so?

Ich selber habe einige Freundschaften, die auf Distanz stattfinden. Nicht, weil ich das toll finde – eher, weil es sich einfach so ergeben hat. Und nun handelt es sich nicht mal mehr um den selben Kontinenten, auf dem sich meine Freuden und ich befinden. Eine Freundschaft oder Beziehung nur davon abhängig zu machen, wie nah man wohnt – dass ist mir zu wenig. Zudem bin ich der Meinung, dass in der heutigen technischen Zeit vieles möglich ist, wenn man dem offen gegenüber steht.

An erster Stelle steht – für mich – die Kommunikation. Die Art und Weise wie ich, trotz Entfernung, meine Freunde an meinem Leben teilhaben lassen. Dafür musst du nicht täglich dein Essen posten oder Gute Nacht Smileys rüberschicken. Hierbei geht es darum, trotz Entfernung zu sagen, wie es einem geht. Welche Gedanken gerade im Kopf herumschwirren und welche Schwierigkeiten im Alltag verborgen sind. Via Telefon und Skype ist ein Austausch in Sekundenschnelle machbar. Die Technik finde ich immer wieder faszinierend. Sicherlich, es ist nicht das Gleiche, als würden wir zusammen am Küchentisch sitzen. Und doch ist es eine Möglichkeit Verbindungen aufrecht zu halten.

Genau wie am Küchentisch gilt, alle Ablenkung im Aussen zu verbannen, um wertschätzend dem anderen zuzuhören. Wahrscheinlich sogar noch mehr, weil wir eben nicht im gleichen Raum sind.

Ebenso die eigenen Geschichten zur Seite zu legen, um frei von Urteilen und Interpretationen zu sein. Besonders wenn sich die Gesprächsteilnehmer auf unterschiedlichen Kontinenten befinden und somit auch in unterschiedlichen Lebenswelten.

Im Miteinander geht es eben um das Miteinander. Darum zu erfahren, wie es deinem Gegenüber geht. Was er/sie fühlt. Welche Ängste und Sorgen den Alltag begleiten. Welche Glücksmomente waren. Welche Träume noch nicht ausgeträumt sind.

Dabei ist es zweitrangig wie groß die Distanz ist und wie lange das letzte Treffen her ist. Das sind Rahmenbedingungen, die das Miteinander strukturieren – es allerdings nicht definieren. Wer sich von Äußerlichkeiten lenken lässt und damit seinen Verbindungen Bedeutungen gibt oder nicht, der darf gerne in sich reinhören.

Reinhören, warum das wichtig ist.

Reinhören, warum andere Möglichkeiten nicht in Betracht kommen.

Reinhören, wie das entstanden sein könnte.

Im Leben und im Miteinander geht es um Verbindung. Zueinander, untereinander und zu sich selbst. Das Thema Eigenverantwortung sollte dabei groß geschrieben werden. Du allein entscheidest, wie nahe du deinen Freunden bist – auch wenn die Distanz groß ist.

Aus Erfahrung kann ich berichten: Es ist nicht immer leicht. Das Gefühl, doch etwas zu verpassen schwingt oft mit. Die Angst, dass die Verbindung abreissen kann, ebenso. Die Eifersucht, dass andere Freunde in das Leben treten und man selber ausgemistet wird.

Gleichzeitig ist es so bereichernd und bringt mein Herz zum blühen, wenn ich mit Menschen Kontakt habe, die weit entfernt wohnen. Weil genau in diesem Moment, haben wir uns bewusst Zeit  genommen. Uns bewusst füreinander entschieden. Und dann steht die Zeit still. Fast so, als wären wir im selben Raum und unser letzter Moment nur ein Augenschlag zurückliegend.

Ein schöner Moment von purer Wertschätzung.


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht und wertschätzend sein, Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana