Veränderung ist der einzige Prozess, der andauert. Sie geschieht fast täglich. Nicht immer in den großen Dingen, oft in den kleinen. Man kann sie nicht verhindern. Maximal verlangsamen. Veränderung bedeutet Wachstum. Wachstum mit den eigenen Stärken und Werten. Wachstum in den persönlichen Eigenschaften. Ausdruck findet das Ganze in der eigenen Kommunikation und im Handeln. Und das ist an manchen Tagen schwierig auszuhalten.
Wir erfahren die eigene Veränderung oft erst im Gegenüber. Ja, du hast richtig gelesen. Wir brauchen das Gegenüber, um uns selber zu erfahren. Wir können noch so viel Selbsterfahrungsseminare besuchen und daheim auf dem Kissen uns unsere Mantras aufsagen. Erst wenn du mit anderen zusammen bist, kannst du erkennen, wie und ob du die Veränderung vollzogen hast. Im innen wie im außen.
Und manchmal, da wollen wir ganz bewusst die Veränderung. Lösen uns aus Partnerschaften, kündigen alte Jobs oder leben ein Hobby aktiv aus. Durch diese klare Handlung ist uns (hoffentlich) bewusst, dass wir auf andere Menschen anders wirken. Verändert, neu, unbekannt.
Und manchmal geschieht Veränderung ganz leise. Fast nebenher. Weil wir in Situationen waren, die wir nicht gewählt haben, uns nun aber positionieren müssen. Oder weil andere Personen entschieden haben, Beziehungen zu beenden. Es kann außerdem sein, dass wir uns aktiv mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen und gar nicht merken, wie sich Ansichten und Werte verändern.
Welcher Weg es auch bei dir ist, das Ergebnis ist dasselbe. Du passt einfach nicht mehr in das alte System. Und damit mein ich nicht gleich das Gesellschaftliche. Obwohl das ebenso auf dich zutreffen kann.
Ich spreche vom Familiensystem oder Freundesystem. Vom Arbeitskontext oder Verein.
Bildlich gesprochen ist es so, dass wir ein Puzzleteil sind. Wir haben unsere Ecken und Kanten und passen ganz gut ins große Bild. Doch mit jedem Schritt der Veränderung verändert sich dieses Puzzleteil. Was bedeutet, dass es nicht mehr in die dafür vorgesehen Lücke passt. Es ist zu groß und würde nur mit viel Kraftaufwand dort reingepresst werden. (Jede, die schon mal gepuzzelt hat, kann nachvollziehen, von was ich spreche.) Das schmerzt. Wir müssten evt. neu gewonnen Ansichten klein halten. Veränderte Verhaltensweisen unterdrücken. Und das einzig und allein, damit das große Bild (also Familie, Freunde, Kollegen) nicht irritiert sind. Es kann sogar sein, dass wir weiterhin versuchen, so zu tun, als würde alles noch passen, nur damit die anderen sich nicht schlecht fühlen.
Eine Katastrophe in meinen Augen.
Deshalb kommt jetzt hier deine Erinnerung:
Im Laufe deines Lebens wirst du dich verändern. Und das ist prima und perfekt. Das Leben ist dafür da, dass du verschiedene Dinge ausprobierst, unterschiedliche Menschen triffst und unbekannte Möglichkeiten erlebst. Du kannst fast gar nicht ein und dieselbe Person bleiben, weil du ja dann nur immer dasselbe machen würdest.
Und ja, die meisten Menschen mögen keine Veränderung.
Dazu zwei Gedanken von mir. Zum einen kannst du für dich entscheiden, wie du mit Veränderung umgehst. Nur weil die Masse es blöd findet, heißt es nicht, dass du es gleich tust. Und zum Zweiten, du bist nicht da, um es anderen bequem zu machen. Du bist hier für dich! Lass dich bloß nicht einschränken oder abhalten von solchen Gedanken.
Und ja, der Tag kommt, da passt dein Puzzleteil nicht mehr in das bekannte Bild. Weißt du, was du dann machst? Du suchst dir einfach ein anderes Bild. Ein größeres. Eines, wo du genau so reinpasst wie du eben bist.
Wie gehts dir mit dem Thema Wachstum und Veränderung?
Alles Liebe,
Jana

