
Ich habe schon immer geschrieben. Seit ich mein erstes Tagebuch mit 13 Jahren erhalten habe. Ich habe meine Sorgen und meine Verliebtheit notiert. Gedichte verfasst und mich als Geschichtenerzählerin probiert. Ich habe mit den Worten gespielt und gleichzeitig mit dem Schreiben einen inneren Halt gefunden. Alles was mich störte und nervte, wurde aufgeschrieben. Ebenso all meine Wünsche und Hoffnungen. Da ich ein visueller Mensch bin, hilft es mir, Dinge besser zu sehen, zu verstehen und dann loszulassen.
Ich habe auf meinem Blog zu Themen geschrieben, die mich beruflich interessierten. Sei es Kommunikation, Zufriedenheit und das Zwischenmenschliche. Ich habe es geliebt.
Zu Social Media habe ich erst spät gefunden. Die ersten Jahre waren berauschend. Alles neu. Alles unbekannt. So erfrischend. Wie ein überfülltes Buffet, an dem ich alles auf einmal probieren wollte. Doch dann fing es an, dass ich nach jedem Schreiben auf die Klicks geschaut habe. Darauf, wie viele es gelesen und geteilt haben. Es ging anschließend weniger um mich, mehr um die anderen. Und da fing es dann an, dass ich Texte verfasste, die für die Leser waren und weniger für mich.
Und ja, ich möchte, dass mein Geschriebenes gelesen wird. Sonst würde ich es nicht ungefragt ins Internet stellen. Allerdings macht es einen Unterschied, für wenn ich das produziere. Schreibe ich, weil ich schreiben liebe und meine Gedanken auf diese Art sortieren kann? Oder schreibe ich, um zu gefallen? Das sind zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Zwei verschiedene Ausgangspunkte und damit auch Empfänger.
Schreibe ich für mich, dann kann es mir egal sein, wer im Anschluss meine Texte liest. Mein Prozess und meine Freude sind mit dem letzten Punkt beendet. So wie wir als Kinder Sandburgen gebaut haben und sobald diese fertig waren, war auch das Interesse weg und wir haben uns etwas Neuem zugewandt.
Oder schreibe ich für die anderen, weil ich glaube, dass ihnen meine Gedanken nützlich sind. Und klar macht das Sinn von außen, allerdings nicht von innen.
Warum?
Weil ich mich von mir entfernte und weil das Schreiben dann gar nicht mehr das Schreiben beinhaltet, sondern das gemocht werden. So wie ich auf Social Media das Bild nicht für meine Erinnerung hochlade, sondern für den Feed und die Herzchen und das Bild, das andere von mir haben.
Ich mag Social Media und gleichzeitig raubt es mir meine Kreativität. Es macht Druck, performen zu müssen, obwohl niemand da ist, der mir Druck macht. Es ist eine Spirale nach unten, nicht nach oben. Und das ist schade, weil Social Media bestimmt mal sozial war und ich auch solche Erfahrungen gemacht habe.
Doch Klicks, Likes und Reichweite sind die Parameter, die zählen. Eine Währung, die mehr nimmt, als sie gibt.
Nun sitze ich also hier und schreibe. Weil ich wieder eigene Worte statt schnelle Kurzfilme kreieren will. Weil ich mir wünsche, dass alles erneut langsamer wird und nicht so hektisch an mir vorbeirauscht. Weil ich mir selber diese Zeilen und Gedanken schenken möchte. Eine kleine Pause vom Alltag und To-do listen.
Und ja, ich höre die Stimme in mir, die sagt „Vielleicht klappt es dieses Mal mit der Community“. Und ich schmunzle und rufe ihr zu, „hat es doch schon, schließlich sind wir schon zu zweit“.

Wusstest du, das man mit täglich 15 Minuten Schreiben seinen Stresspegel um 30 – 50 % senken kann? 15 Minuten am Tag machen einen klaren Unterschied.
Dabei spielt es keine Rolle, was du schreibst. Ob Tagebuch oder Verse oder Dankbarkeitsimpulse.
Genauso kann das Lesen nachweislich deinen Cortisolspiegel um 68 % senken. Dafür reichen genau 6 Minuten aus. Auch hier ist das Genre zweitrangig.
Und für beides kann ich als lebendes Beispiel dienen. Ich lese täglich 10 Seiten. Oft werden es mehr. Diese Art der Ablenkung hilft meinem Gedankenkarussell zur Ruhe zu kommen.
Probiere es gerne aus und teile deine Erfahrung mit mir.
Alles Liebe,
Jana
