Mut trotz Angst: Den eigenen Weg gehen

Keine Angst haben. Vor nichts. Wie schön wäre das.

Alleine im Dunkeln durch die Straßen laufen und die sternklare Nacht genießen.

Mutige Entscheidungen treffen und die Gegenstimmen einfach wegwischen.

Träume realisieren, auch wenn man dafür als naiv gehalten wird.

Keine Angst haben vor nichts. Wie schön wäre das.

Doch so habe ich Angst vor glatten Straßen.

Davor das Falsche zu tun und auf diese Art das Leben nicht auskosten zu können.

Ich habe Angst vor verpassten Chancen und gleichzeitig fehlt mir der Mut, große Schritte zu machen. Nicht auf das Geschwätz der Leute zu hören und Erwartungen aus anderen Richtungen wie ein Ass beim Tennis einfach abzuschmettern.

Die Welt ist ein Chaos und jede Headline macht Angst. Angst vor einer Politik, die ich nicht gewählt habe, aber dann doch mittragen muss. Angst vor Reaktionen auf die Politik. Menschen können so grausam sein.

Doch woher kommt die Angst? Ist sie real? Oder bilden wir sie uns nur ein? Warum wirken manchen Menschen angstfrei und andere so ängstlich, dass man sie am liebsten mit nach Hause nehmen möchte? 

Werden wir ängstlich geboren oder ängstlich erzogen? Wo fängst sie an, die Angst?

In meiner Wahrnehmung kommt jeder Mensch rein und mutig auf die Welt. Mit Ideen für das Leben und einer großen Portion Mut. Im Kindesalter singen und tanzen wir. Wir malen und bauen. Wir schöpfen aus der eigenen Kreativität und wollen die Welt erobern. Doch dann passiert es. Hier ein leises Lachen während unseres Auftrittes. Dort eine Bewertung zu unserem Aussehen. Da hinten der ängstliche Blick, wenn wir am Klettergerüst ganz nach oben kraxeln. Kleine Momente der Angst, die uns achtsamer werden lassen. Dabei gehört diese Angst gar nicht zu uns und doch eignen wir sie uns an. Und dann, eines Tages, sind es plötzlich unsere Ängste und wir fragen uns, wie es so werden konnte. Wo wir doch derart große Pläne für dieses eine Leben hatten.

Umstände haben Einfluss auf uns. Gerade in jungen Jahren, wo uns die Erfahrung im Umgang damit fehlt. Später haben wir die Möglichkeit hinzuschauen und abzuwägen, was wir davon behalten wollen und was eben nicht. 

Wie gehe ich nun um mit dieser Angst? Überlasse ich ihr das Schlachtfeld und ziehe mich zurück? Oder geh ich kleine Schritte mit der Angst. Wie eine lieb gewonnene Feindin.

Ich wäre gerne mutiger. Bei allem. Es ist wie ein Korsett, das ich stetig versuche abzulegen und am nächsten Morgen habe ich es wie aus Zauberhand wieder an.

Ich schaue auf vergangene Entscheidungen und Träume. So ängstlich kann ich nicht gewesen sein, denke ich dabei. Vielleicht habe ich es einfach im Laufe der Zeit vergessen.

Also werde ich trotz der Angst mutig sein. Ich werde groß träumen, gewaltige Ideen haben und mich mit der Umsetzung beschäftigen. Ich werde Entscheidungen eigenverantwortlich treffen, auch wenn ich vor den Konsequenzen Angst habe. Ich werde Liebe schenken, selbst wenn es Ablehnung bedeuten kann. Ich werde mich nicht mehr klein und leise halten, nur damit andere sich nicht belästigt von mir fühlen. Ich werde reden, schreiben und malen. Ich werde mich wahrnehmen und ernst. Ich werde mir zu hören, mich fühlen und mir selbst Liebe schenken.

Ja, die Welt ist gerade chaotisch. Deswegen ist es wichtig, die eigene kleine Welt sauber zu halten. Mit Glaubenssätzen aufzuräumen. Und trotz der Angst den eigenen Weg gehen. 

Ich möchte keine Angst mehr haben. Deshalb warte ich nicht mehr darauf, das sie verschwindet. Stattdessen nehme ich sie an die Hand und wir gehen ein Stück Weg gemeinsam. Das ist gelebter Mut. Lebensmut.

Angst zu haben ist nichts, wofür man sich schämen oder gar rechtfertigen sollte. Es ist ein natürliches Gefühl, das entsteht, wenn eine Gefahr auftritt. Wenn wir uns unmittelbar bedroht fühlen und schnell handeln müssen. Zweck dieser körperlichen Reaktion ist, dass wir aufmerksam der Situation gegenüber stehen und unser Denken aktiviert wird. Schließlich wollen wir die unangenehme Gegebenheit schnellstmöglich beenden. 

Unser Gehirn unterscheidet bei der Art der Gesamtsituation nicht. So kann ein Nachhauseweg im Dunkeln dieselbe Reaktion hervorrufen wie das Vortragen eines Gedichtes. In beiden Konstellationen fühlen wir uns ausgeliefert und unser Geist will uns schützen. 

Die Angst kann lähmend wirken und zu Vermeidungsverhalten oder Selbstsabotage führen, um sich vor der befürchteten Situation zu schützen. 

Die zehn goldenen Regeln im Umgang mit Angst findest du hier: http://www.angstselbsthilfe.de/die-zehn-goldenen-regeln-im-umgang-mit-angst/

Alles Liebe,

Jana

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