Warum Zeitlimits unser Nervensystem entlasten und ein klarer Rahmen Fokus schafft.

Ich glaube, Zufriedenheit beginnt oft dort, wo wir aufhören, uns zu treiben und anfangen, uns zuzuhören.
In meinem Podcast „Tatsächlich … zufrieden“ Folge 72 spreche ich darüber, wie uns Zeitlimits helfen, den Fokus zu halten. Manche Aufgaben blockieren uns so sehr, dass sie uns innerlich unruhig machen. Das liegt daran, dass sie ohne Anfang und Ende diffus bleiben. Ein Zeitlimit macht sie überschaubar und erledigbar. Ein ‚ich mach das später“ ist kein Plan und führt ebenso nicht zu einer Entspannung. Ganz zu schweigen von Zufriedenheit. Aufgeschobene Aufgaben schwirren immer in unserem Kopf umher. Und ich weiß nicht, wie deine Erfahrung ist, meine ist: Sobald ich mich mit den unerledigten Dingen beschäftige, geht es oft schnell als gedacht. Und eine wahre Erleichterung macht sich am Ende breit. Und die Frage: Warum hab ich es nicht schon viel eher erledigt?
Also warum schieben wir dann trotzdem Dinge vor uns her?
Ja, es gibt Aufgaben, die müssen erledigt werden. Da kann man noch so sehr auf Motivation hoffen, sie tritt beim Anblick des Bügelbrettes oder der Mahnung vom Finanzamt trotzdem nicht ein. Dass wir unliebsame Dinge nicht sofort tun, kann verschiedene Gründe haben.
- Vielleicht haben wir uns schlecht organisiert und nun erscheint uns die Aufgabe zu groß für das vorhandene Zeitfenster.
- Wir können Furcht vor dem Scheitern haben und deshalb fangen wir gar nicht erst an.
- Genauso kann uns die Angst vor Kritik lähmen.
- Eigene Unsicherheiten und Zweifel an den eigenen Fähigkeiten verhindern die Umsetzung.
- Mit dem Aufschieben vermeiden wir negative Gefühle wie Angst und Stress.
Mit dieser Taktik erleben wir eine kurzfristige Erleichterung.
Und wie können wir dem ganzen nun ein Schnippchen schlagen?
Meine Taktik ist: 60 Minuten am Tag für unliebsame Aufgaben. Alles andere schlägt aufs Gemüt. Dabei ist es zweitrangig, ob es sich um die Hausarbeit handelt, Papierkram oder den Garten. Alles was nicht aus der Freude kommt und trotzdem erledigt werden muss, fällt in dieses Zeitfenster. Somit gibt es einen klaren Rahmen für diese Tätigkeiten und das wiederum schenkt uns Sicherheit. Wir fallen nicht ins Bodenlose. Wann du dieses Zeitfenster öffnest, am Vormittag oder am Abend, das ist ganz dir überlassen. Was zählt, ist, dass du es aufmachst. Mit diesem Trick kannst du auch ohne Motivation anfangen und brauchst nicht auf diese warten.
Weitermachen, selbst wenn das Zeitfenster geschlossen ist?
Das darfst du selber entscheiden. Wenn du gerade Freude hast, alles abzuarbeiten, dann tu es. Sollte dem nicht so sein, höre auf, wenn der Timer klingelt. Es ist deine Erlaubnis, morgen an diesen Projekten weiterzuarbeiten. Atme durch und erfreue dich an dem Ergebnis.
Mit dieser Taktik überlastet du dein Nervensystem nicht und du gestattest dir anschließend Dinge zu tun, die dich zufriedener machen.
Das Ganze funktioniert auch, wenn wir unserer Intuition folgen. Wenn wir auf unsere Bedürfnisse hören und diese in den Mittelpunkt stellen. Ja, wir haben das Bedürfnis nach Ordnung und Sauberkeit und würden allein daraus handeln. Genauso wie wir das Bedürfnis nach Klarheit haben und dann die Steuererklärung machen. Allerdings geben wir unseren Bedürfnissen nicht den Raum, den sie brauchen, um sich zu entfalten. Wir werden ungeduldig, setzten uns unter Druck und statt die Dinge anzugehen, schieben wir sie vor uns her. Wir sind sosehr Meister im Ablenken, dass wir uns von uns abschneiden. Von unseren Gefühlen und wahren Bedürfnissen. Dann entsteht diese innere Unruhe, wenn wir auf die unerledigten Dinge schauen.
Was kann die Lösung sein?
- Durchatmen beim Blick auf die Liste und nur eine Aufgabe pro Tag markieren
- Setze dir Zeitlimits. Das gibt dem Ganzen einen festen Rahmen. Egal ob 5 Minuten, 10 Minuten oder 1 Stunde. Gestalte es nach dir.
- Ablenkungsmechanismen erkennen und mit den Zeitlimits austricksen,
Mit diesen kleinen Tricks hast du einen Anfang und bist auf einem guten Weg, unangenehme Aufgaben zu erledigen und damit deine Zufriedenheit zu fördern.
Alles Liebe,
Jana
