Kommunikation und Sport und andere Nebentätigkeiten
Ich treibe Sport. Wie das klingt: Ich treibe Sport. Als wenn ich ein Haustier zu Hause habe und das mit Batterie immer antreiben muss.
Also nochmal von vorne. Ich tue etwas für meine Gesundheit und meine Kondition. Ich gehe laufen und ins Fitnessstudio. Auch wenn manche Leute meinen, ich tue das bestimmt nicht. Oder ich denke, dass die Leute das über mich denken, weil ich denke, dass ich noch mehr für meine Gesundheit machen kann. Wahrscheinlich projiziere ich meine Unsicherheit mit diesem Statement auf die anderen, damit ich mich nicht mit meinen Gedanken beschäftigen muss. Weil wenn die Gedankenmaschinerie erstmal in Gang ist, dann kommen da manchmal merkwürdige Dinge raus. Und eigentlich (ein Wort das ich eigentlich nicht mag) wollte ich jetzt über etwas anderes berichten, als über meine Gedanken zum Thema Sport in Bezug auf mich. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass mein Unterbewusstsein aber erstmal diese These bestätigen musste (also dass ich wirklich Sport treibe) um zum wirklichen Kern vorzudringen.
Pro Woche gehe zwei bis drei mal laufen. Eine Runde an der frischen Luft. Um eben meinem Karussell – dort oben im Kopf – eine Pause zu verschaffen. Damit alles mal tief durchatmen kann. Damit meine Beine wissen, warum es sie gibt und meine Rücken sich strecken kann. Eine richtig gute Sache, die – je öfter ich es tue – so langsam auch sportliche Erfolge zeigt. Manchmal höre ich dabei Musik, manchmal nicht. Je nach Laune, je nach Tagesform. Eins haben meine Läufe alle gemeinsam: Ich laufe alleine. Das ist pure Absicht und kein Versehen. Das ist kein Ergebnis von zu wenig sozialen Kontakten oder Konflikte in der Familie. Ich laufe gerne allein, weil wenn ich mich unterhalten möchte, dann gehe ich ins Cafe. Und wenn ich Menschen um mich haben möchte, dann bleibe ich einfach zu Hause. Da wohnen einige liebe Menschen und die freuen sich wirklich, wenn wir zusammen Zeit verbringen. Zusammengefasst heißt das: Ich laufe gerne allein. Um so ärgerlicher werde ich, wenn ich Menschen begegne, die das nicht wissen. Gut, dass müssen sie vielleicht auch nicht. Respektieren und Rücksicht nehmen würde mir schon reichen. Schade, schade dass einige Mitmenschen das eben nicht können. Entweder quatschen sie mich schon von 3m Entfernung an, frei nach dem Motto: „Das haben wir schon schneller gesehen“. Und dabei grinsen sie wie eine Winkekatze. Nichts gegen Winkekatzen, ich liebe sie. Schauen muss man trotzdem nicht wie eine. Oder sie reden einfach drauf los und während ich vorbei laufe (weil ich Musik höre und sie einfach nicht verstehe) halten sie mich ungefragt am Arm fest. Ganz ehrlich: Da könnte ich vor Wut platzen.
Ebenso schlimm – wenn ich ins Fitnessstudio gehe. Da stehen sie dann an den Geräten und halten diese fest. Und quatschen. So laut, dass jeder mithören kann. So lange, dass niemand an diesem Gerät trainieren kann. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann quatschen sie ohne drüber nachzudenken, andere Sportler an. Einfach so. Weil ihnen eben danach ist. Weil sie davon ausgehen, dass der andere das auch will.
Selbstverständlich ist jeder für sich verantwortlich und somit kann jeder das Gespräch dankend ablehnen. Entweder verbal oder non-verbal. An beidem bin ich schon gescheitert. Wieso? Weil der andere das nicht verstehen will oder kann.
Ich habe vor Jahren in der Gastronomie gearbeitet. Als Servicepersonal. Es hat mir viel Freude gemacht, auch oder gerade wegen den Gesprächen mit den Gästen. Was ich da allerdings so gar nicht leiden konnte, waren die Gäste, die mich (beladen mit vollen Tellern auf dem linken Unterarm – sieht nicht nur schwer aus, ist es auch!) ungefragt am Rock festgehalten haben. Oder am Arm. Oder sich mir in den Weg stellten. Einfach so, weil sie jetzt einen Wunsch hatten oder mir eine Mitteilung machen wollten oder was auch immer.
Diese ungefragten Gespräche. Ganz ehrlich – Das nervt. Total. Egal ob beim Sport, auf der Arbeit, in der Bahn – wo auch immer.
Was ist mein dezenter Hinweis?
Kommunikation – ich liebe sie. Das Miteinander, der Austausch von Gedanken und Gefühlen. Eine wirklich tolle Sache.
Was ich nicht mag, sind Gespräche die mir ungefragt aufgezwungen werden. In Situation, die sichtbar ungeeignet erscheinen, weil ich gerade mit Sport beschäftigt bin oder damit das Laufband an der Kasse von meinem Lebensmitteln zu befreien oder die Servicekraft gerade versucht, viele Teller in die Küche zu transportieren.
Wenn ich davon ausgehe, dass wir verbal und non-verbal miteinander kommunizieren – dann gehe ich weiterhin davon aus, dass jeder von uns diese beiden Arten kennt. Frage: Wenn ich mit anderen Dingen beschäftigt bin – welche Kommunikationsart ist das? Antwort: Eine non-verbale. Durch mein Tun zeige ich meiner Umwelt, was mich gerade beschäftigt und setze damit das Zeichen, eventuell nicht aufnahmebereit für ein Gespräch zu sein. Da ich ein wertschätzenden Umgang pflege und mir ebenso wünsche, dass das viele andere Menschen auch machen, bedeutet das folgendes: Quatscht nicht ungefragt jemanden an, der – sichtbar – mit anderen Dingen beschäftigt ist. Haltet Läufer nicht einfach am Arm fest, stellt euch Servicekräften nicht ungefragt in den Weg und redet nicht über das Titelbild der Zeitung, die ich gerade beim Arzt lese.
Sollen wir nun gar nicht mehr miteinander reden?
Doch, dass sollt ihr. Allerdings mit ein wenig Fingerspitzengefühl. Besonders wenn es auf der Strasse, im Café oder auf dem Kinderspielplatz ist. Nicht jeder der da alleine sitzt, ist auch wirklich alleine. Eine freundliche Frage, ob ihr euch dazusetzen könnt, hilft auszuloten, ob euer Gegenüber Interesse an einem Gespräch hat. Ebenso kann ich mit einem sympathischen Gesichtsausdruck Blickkontakt herstellen. Wird dieser erwidert, kann das ein non-verbales Zeichen für ein Kommunikationsanfang sein.
Auf diese Art und Weise können Missverständnisse unterbunden werden und das wertschätzende Miteinander kann wachsen.
Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.
Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.
Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.
Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!
Sonnige Grüße
Jana
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