und Erledigt-Listen glücklicher machen

Ich liebe Liste.
Sei es die Alltagsliste, die Zutatenliste oder die Kofferliste. Ich liebe es, diese zu schreiben. Es bringt Ordnung in meinen Kopf und schenkt mir das Gefühl, schon erfolgreich tätig gewesen zu sein. Schließlich hab ich alle wichtigen Dinge aufgeschrieben. Die Aufgaben reihen sich untereinander und sehen dann nicht mehr so gewaltig aus. Das entspannt mich etwas.
Je nach Länge der Liste gepaart mit dem Zeitfaktor, kann das alles auch Schnappatmung auslösen. So hetze ich dann von Punkt zu Punkt wie in einem animierten Computerspiel und hoffe, dass ich das nächste Level erreiche. Schon allein daran ist sichtbar, dass das mit den Listen eine Medaille mit zwei Seiten sein kann.
Der beste Part an dieser Zusammenstellung ist für mich der Moment, an dem ich abstreichen kann. Sichtbare Erledigungen. Ein herrliches Gefühl. Gerade in einem vollen Alltag, wo sich der Kopf nicht alles merken kann, ist die Technik gut für die eigenen Nerven. Abstreichen ist eine effektive Methode, um Stress abzubauen und den Geist zu entlasten. Warum? Zum einen muss unser Gehirn nicht mehr aktiv an diesen Punkten festhalten. Somit wird das Gefühl der Überforderung reduziert. Die Dopaminausschüttung wird gefördert, da das Abhaken dem Gehirn Erfolg signalisiert. Die eigene Zufriedenheit wird damit gefüttert. Für mich der wichtigste Punkt, ich sehe konkret, was ich bereits geschafft habe. Das wiederum motiviert mich für andere unerledigte Aufgaben. Doch genau hier kann das ganze in einen negativen Stress kippen.
Sind die Listen zu lang und am Ende des Tages noch Tabs offen, kann das zu Unzufriedenheit und Druck führen. Die Erklärung ist nahe liegend. Wir sehen in diesen Momenten nicht das, was geschafft wurde, sondern das, was noch offen ist. Der Blickwinkel ist verschoben. Gleichzusetzen mit, wir erhalten zwei Komplimente und eine Kritik. Was bleibt in unseren Köpfen? Genau die Kritik. Völlig zweitrangig, wie wertschätzend die Komplimente waren oder was die Kritik beinhaltet.
Was kann eine Lösung sein? Für mich die Ta-da-Liste.
Diese Liste schreibe ich am Abend und da kommt alles rauf, was ich erledigt habe. Sei es Punkte von der To-do-Liste oder kleine Momente, die mir gutgetan haben. Zum Beispiel steht da, dass ich meinen Spaziergang gemacht habe oder mir Zeit genommen habe für ein Buch, ein Gespräch oder diesen Artikel. Diese Aufzählung lenkt meinen Fokus weg von „Das muss ich noch machen“ hinzu, „ das habe ich heute erledigt“. Erfolge werden sichtbar und das steigert das eigene Wohlbefinden.
Neben dieser Ta-da-Liste schreibe ich die To-do-Liste täglich neu. Warum? Damit ich eine unvoreingenommene Liste habe. Ebenso überprüfe ich, ob wirklich immer alles auf die Liste muss oder ob ich mir am Tag nur 1-3 Aufgaben gebe. Durch die Reduzierung entspannt sich mein Nervensystem und im Alltag befinden sich so automatische kleine freie Zeitfenster. Diese sind wichtig, um unkompliziert in Ruhe einen Kaffee zu trinken, durchzuatmen oder um zum Lieblingslied zu tanzen. Oft, sehr oft ist unser Alltag einfach zu vollgestopft und wir springen von Termin zu Termin. Erlauben uns keine freie Zeit, weil wir angeblich immer schaffen müssen. Dass wir dann völlig erschöpft sind, ist kein Geheimnis. Dass daraus anschließend körperliche und mentale Symptome entstehen können, auch das ist bekannt. Und trotzdem machen wir es am nächsten Tag wieder so.
Wie bereits erwähnt: Ich liebe Liste. Diese Ordnung und damit verbundene Einfachheit im Alltag geben mir Struktur und verhindern, dass ich was vergesse oder mich verzettle. Gleichzeitig liebe ich die Ta-da-Listen noch mehr. Diese schenken mit Freude, Zufriedenheit und entzerren ein wenig meinen Alltag.
Wie ist es bei dir? Führst du auch Listen?
In meinem Podcast „Tatsächlich … zufrieden“ spreche ich in Folge 74 dazu.
Alles Liebe, Jana
