
Ich liebe Rituale.
Sei es das gemeinsame Essen am Abend oder der Nachmittagsausflug am Wochenende. Eine gewisse gleichmäßige Wiederholung von gemeinsamen Aktivitäten fördert den Zusammenhalt und macht Freude. So will es das Ereignis und die Mama.
Ja, ich gebe zu, ab und an, da wünsche ich mir von Herzen noch mehr Harmonie und noch mehr Freude beim Besuch des drölften Gartens. Das Thema dahinter ist, dass ich mir das sicherlich wünschen kann, doch ich keine Garantie in der Umsetzung habe. Das heißt, wenn ich eine Erwartung an einen tollen Nachmittag pflege, dann kann es sehr schnell passieren, dass ich dann auch auf die gute Laune warten darf. Oft sind es sogar genau die Momente, die mit Tränen und Wut enden, weil ich es gerne schön hätte und mein Umfeld anders.
Woran das liegt?
An mir.
Glaubste nicht?
Ist aber so.
Sobald ich nämlich voll von Erwartungen an Friede Freude Eierkuchen bin, strahle ich genau das aus. Wie ein kleines trotziges Kind gehen da Schwingungen nach außen und mein Umfeld steht dann voll unter Druck. Und auch wenn ich wenig Ahnung von Physik habe, aber dass Druck Gegendruck erzeugt, das leuchtet sogar mir ein.
Warum sind wir dann so voller Erwartungen?
Weil wir oft nicht im Moment sind. Weil wir uns auf ein Ereignis in der Zukunft freuen und damit einhergehend positive Gefühle verbinden.
Warum?
Weil wir jetzt gerade keine gute Zeit haben und dann hoffen, dass dann alles besser ist.
Weil wir an ein Ereignis in der Vergangenheit denken, dass so schön was, das wir es gerne duplizieren möchten.
Da wir in unserem Leben aber immer nur einen Moment haben und zwar den jetzigen, ist es schlichtweg eine blöde Idee, genau diesen zu verpassen.
Wir können weder die Vergangenheit duplizieren noch in die Zukunft schauen.
Wir können uns klar auf ein Ereignis freuen, doch wir können nicht erwarten, dass das unsere Mitmenschen auch tun. Das mit diesem Ereignis dieselben Bedürfnisse gestillt werden, wie bei uns. Wir können immer nur Angebote machen.
Und auch, wenn die Kinder mal ‚mit müssen‘, federt ihre schlechte Laune an mir ab, weil ich im Moment bin und ihn so nehme, wie er eben gerade ist. Mit all seinen Ecken und Kanten.
Und das ist immer noch entspannter, als daran zu hängen, wie es hätte sein können in meiner Fantasie.
Alles Liebe,
Jana
