Wertschätzende Kommunikation – Teil III

schach

Thema: getrennt lebende Eltern + Meine Strategien für Dich

Als kleines Mädchen träumte ich von meinem Ritter und der ewigen Liebe. Als Teenager war ich da schon etwas skeptischer. Besonders nach meinem ersten selbst erlebten Liebeskummer. Ich glaubte nicht mehr an den Ritter, aber an die große Liebe. Das klang so romantisch und verführerisch. Ich habe von Diamantenen Hochzeiten gehört und wusste, dass ich genau das erleben will. Einen Mann finden, ihn heiraten und dann mit ihm alt werden.

Was soll ich sagen, irgendwie kam mir das Leben dazwischen.

Jede dritte Ehe wird in Deutschland geschieden. Und bevor ich meinen Mann traf und mich in ihn verliebte, war ich in einen anderen Mann verliebt. So verliebt, dass ich ihn geheiratet habe, um mich dann von ihm scheiden zu lassen. Gemessen an der Statistik nichts schlimmes. Schlimm war es nur, weil wir ein gemeinsames Kind haben. Und damit war die Trennung mehr wie eine einfache Trennung.


Paarebene, Elternebene, Meine Ebene

Leben wir in einer Familie zusammen, dann gibt es bestimmte Werte die wir unseren Kindern vermitteln wollen. Wir reden als Eltern abends auf der Couch darüber und beim Sonntagsspaziergang. Im gleichen Atemzug besprechen wir eventuell den nächsten Urlaub und das Problem mit dem Kollegen auf Arbeit. Wir unterscheiden nicht, ob wir gerade als Eltern miteinander reden oder als Paar.

Keine hebt die Hand mit der Karte auf der steht: 

Achtung! Sie verlassen gerade die Paarebene und wechseln auf die Elternebene.

Sind wir dann allerdings getrennt Lebende, sieht das Ganze schon wieder völlig anders aus. Es ist von Vorteil die unterschiedlichen Ebenen zu kennen, zu leben und zu kommunizieren.

Warum?

Weil es deine Kommunikation vereinfachen kann.

Elternebene

Jegliche emotionale Verletzungen haben auf der Elternebene nichts verloren. Diese Dinge könnt ihr besprechen, wenn euer Kind nicht dabei ist. Es betrifft euch eben als Paar. Denn als Paar habt ihr euch getrennt, nicht als Eltern.

Auf dieser Ebene werden Dinge besprochen die mit eurem Kind zu tun haben. Schule, Erziehungsfragen, Ferienbetreuung etc. Bleibt ihr im Gespräch wirklich – wirklich auf dieser Ebene, kann das sehr produktiv sein – für alle Beteiligten. Und der Alltag kann somit einfacher funktionieren.

Paarebene

Wenn ihr eure Trennung besprechen wollt, eure Scheidung, alte Verletzungen zu Tage treten – dann auf dieser Ebene. Die Gegenwart eures Kindes ist in diesem Moment unerwünscht. Schließlich betrifft es nicht das Kind, sondern euch als Paar. Haltet euer Kind raus aus diesen Gesprächen.

Wenn ihr diese Ebene kennt, in der Kommunikation unterscheidet und auch im Alltag lebt, dann habt ihr eine Chance.

Chance auf:

  • entspannte Umgangswochenenden
  • gute Trauerbewältigung der Paar – Trennung
  • entspannten Umgang mit euern Kindern, trotz getrennt lebender Elternteile

Wertschätzende Kommunikation – Wie soll das gehen?

1.  Dein Ex – Partner ist der andere Elternteil deines Kindes

Es gab diesen Moment, da wolltet ihr mit genau diesem Partner ein Kind. Als Zeichen eurer Liebe und Zusammengehörigkeit.

Wenn es zu einer Trennung oder gar Scheidung kommt, wird genau dieser Moment vergessen. Der Ex – Partner wird nicht mehr als gleichberechtigter Elternteil wahrgenommen. Die wertschätzende Kommunikation wird im nächsten Schritt meistens vernachlässigt.

Damit das eben genau nicht passiert und eure Kommunikation total den Bach runter läuft – gehe in die Akzeptanz.

Wertschätzende Kommunikation fängt mit Annehmen an – Annehmen was Ist.

Das bedeutet, erinnere dich an den oben genannten Moment und akzeptiere das dein Ex – Partner der andere Elternteil deines Kindes ist. Ihr mögt euch als Paar getrennt haben, als Eltern jedoch bleibt ihr ein Leben lang verbunden. Ihr werdet immer Themen haben, die es zu besprechen gilt. Je eher du in die Akzeptanz gehts, desto eher kann eine wertschätzende Kommunikation gelingen.

Und das dient dem Wohle eures Kindes.

2.  Diskutiert nicht in Gegenwart eures Kindes

Es gibt Dinge die besprochen werden müssen. Sei es die Umgangsregelungen oder den Unterhalt. Ebenso geben neue Partnerschaften Anlass zum diskutieren und die ewige Schuldfrage: Wessen Anteil ist wie hoch an der Trennung?

Egal welche Themen euch auf dem Herzen liegen und euch emotional belasten, diskutiert nicht in der Gegenwart eures Kindes. Euer Kind ist auf Grund der neuen Situation verängstigt und verunsichert. Erlebt es seine Eltern als Streithähne, macht das zusätzlich Angst. Urvertrauen kann verloren gehen.

Bedenke: 

  • Euer Kind erlebt euch nur in wenigen Minuten zusammen als seine Eltern. Für euer Kind ist das wertvolle Elternzeit, weil er Mama und Papa gemeinsam wahrnimmt.
  • Es ist einfach weniger wertschätzend eurem Kind gegenüber, wenn ihr erwachsene Themen in seiner Gegenwart ausdiskutiert.
  • Euer Kind wollte die Trennung nicht. Ihr habt das als Paar entschieden, ohne die Einwilligung eures Kindes.

3.  Redet den anderen Elternteil nicht schlecht bei eurem Kind

Da war es wieder – das Umgangswochenende. Selber sitzt man zu Hause und kann es kaum abwarten das dieses zu Ende geht. Ist das Kind wieder daheim, ist der erste Impuls Erleichterung. Redet das Kind dann allerdings von den tollen Erlebnissen und spannenden Momenten, ist das zweite Gefühl Eifersucht. Aus diesem Affekt heraus werden Kinder oft manipuliert. Mit falschen Tatsachen, falschen Informationen oder gar Dingen die für Kinderohren nicht bestimmt sind.

Hör auf damit!

Das hat nichts mit wertschätzender Kommunikation deinem Kind gegenüber zu tun, noch deinem Ex – Partner. Vor allem: Was soll dein Kind über dich denken, wenn es erfährt dass all die gesagten Wörter nur die halbe Wahrheit sind? Wie willst du das rechtfertigen? Wie soll dein Kind eine wertschätzende Kommunikation lernen, wenn es doch anderes vorgelebt wird? Und hast du dann das Recht auf eine wertschätzende Kommunikation von deinem Kind?


Ich kann all das Geschriebene hier gut vertreten, weil ich es selber erlebt habe. Jeden schrecklichen Moment, in dem ich meine Vorsätze nicht gelebt habe. Die emotionalen Tiefschläge. Die Traurigkeit.

Allerdings habe ich auch erfahren dürfen, wie sich das Blatt wenden kann. Hinein ins Positive und in eine wertschätzende Kommunikation. Es ist ein Prozess, ein Weg – den es sich lohnt zu gehen.

Und ich bin dankbar. Dafür, dass uns genau das gelungen ist. Zum Wohle unseres Kindes.


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

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