Schweigen im Wald oder ist schweigen wirklich Gold?

waldStille. Ein Zustand den ich sehr liebe. Wenn alles um mich herum ruht und ich lauschen kann. Lauschen in ein Nichts. Wenn ich einfach bin und diese Stille sich allmählich ausbreitet. In diesen Momenten kommt meine Kreativität in Fluss, meine Gedanken zu Ruhe und meine Seele fühlt sich gesehen. Diese Momente sind sehr kostbar für mich und vielleicht auch für dich.


Kommunikation und Ruhe

In der Ruhe liegt die Kraft – heißt es. In der Kommunikation können in diesem Raum wichtige Gespräche besprochen, Konflikte geklärt und emphatisch zugehört werden. Ruhe und Zeit sind zwei Faktoren, die das Gespräch stark beeinflussen können. Sowohl in die eine , wie auch in die andere Richtung.

In Ruhe sich mit jemandem austauschen, finde ich sehr spannend und wichtig. Gerade im Zusammenhang mit Wertschätzung – kann so ein wirkliches Miteinander gelingen. Dieses Miteinander zeigt sich im Umgang mit der eigenen Wahrnehmung. Mit der Wahrnehmung des Gegenübers. In diesem Moment sind beide Akteure sehr präsent. Sie sind im Hier und Jetzt. In der Situation.


Ist schweigen auch Ruhe?

Frage: Wenn ich mit jemandem spreche und er/sie ist dann einfach still. Ist das dann auch Ruhe?

Antwort 1: Ja. Zum einen hat der Sprecher die Ruhe die er benötigt, um seine Gedanken zu sammeln, die passenden Worte zu finden und die Nervosität in den Griff zu bekommen. Die Ruhe, die der andere ausstrahlt, kann dem Sender Sicherheit und Geborgenheit geben. Zwei wichtige Utensil um ein vertrauensvolles Gespräch zu führen.

Antwort 2: Ja. Ist der andere still, dann ist Ruhe zum Zuhören da. Der Empfänger nimmt sich dieses Stille um wirklich zu erfahren, wie es dem Sender geht. Was er zu sagen hat. Wie er fühlt. Erst in dieser Ruhe kann wirklich wahrgenommen werden.

Antwort 3: Nein. Nur weil jemand gerade still ist, heißt das nicht, das Ruhe ist. Es kann bedeuten, dass das jetzt der Zeitpunkt vor dem Sturm ist. Dann fühlt man diese Energien. Diese Angespanntheit und Aggressivität. Dieses Ruhe ist wie ein Luft holen für den nächsten verbalen Schlag.

Fazit: Schweigen bedeutet nicht gleich Ruhe. Überprüfe in deiner Kommunikation welche Art der Ruhe ausgeübt wird. Was diese Ruhe mit dir macht. Fühlst du dich sicher in ihr oder eher unsicher? Kannst du in diesen Ruhephasen Kraft für die Kommunikation sammeln oder bist du eher irritiert?

Je mehr du über deine Ruhe-/Schweigemomente weisst, um so angemessener und sicherer kannst du auf sie reagieren.


Was ist mit dem Schweigen zu Dingen die besprochen werden sollten?

In vielen Familien gibt es den berühmten Teppich. Dieses Ding, dass einfach über Themen gelegt wird über die nicht gesprochen werden möchte. Unter das Dinge gekehrte werden, weil darüber nicht gesprochen werden darf. Dieser große Haufen über den alle stolpern, sich aber keiner traut wegzuziehen. Alle wissen um diesen Teppich, rund und flauschig weiß ist dieser. Niemand traut sich an ihn ran, weil das eben noch nie jemand aus der Familie gemacht hat.

Diese Art des Miteinander hat in meinen Augen nichts mit schweigen im positiven Sinne zu tun. Eher mit schweigen, weil das reden nicht gelernt wurde. Ob die dinge dadurch besser werden, dass muss am Ende jeder für sich selber entscheiden. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass durch und mit so einem Teppich nichts besser wird. Da eh alle um die Themen wissen, da können diese doch auch gleich angesprochen werden.


Im richtigen Moment einfach mal die Fresse halten!

Der Moment wo du deiner Freundin den Seitensprung beichtest und sie mit den Augen rollt. Dieser Moment, in dem du wirklich Beistand brauchst und keine Predigt.

Schweigen und Aushalten – das was der andere sagt. So, wie er es sagt. Die Gefühle wahrnehmen – ohne zu bewerten. Die Situation aushalten – ohne einen blöden Spruch. Eben einfach mal die Fresse halten! Das Schwierigste in der Kommunikation. Warum? Weil wir immer was sagen wollen. Weil wir schlecht im Aushalten sind. Weil wir uns unbewusst vergleichen und nun einfach besser dastehen wollen. Weil jeder Moment auch mit uns zu tu hat. Tja, und in eben diesen Augenblicken geht es gar nicht um uns. Es geht um den anderen. Um seine Gedanken und sein Leid. Um die Erfahrung die er macht. Um sein Erleben. Und nicht um deins! Und das einzige was du in diesem Moment machen kannst ist – schweigen und aushalten. Die eigenen Gedanken und Erlebnisse zur Seite schieben. Kluge Ideen und Ratschläge runterschlucken. Jetzt zählt nur präsent sein.


Ist schweigen wirklich Gold?

Es mag Momente geben, in denen das stimmt. Auf Beerdigungen zum Beispiel oder wenn wir eine peinliche Situation miterleben. Da ist schweigen und weitermachen bestimmt die bessere Wahl. In allen anderen Situationen sage ich nein. Da ist Schweigen Silber und Reden Gold. Vielleicht nicht im ersten Moment, aber mindestens im zweiten. Ansprechen was erlebt wurde, austauschen über das was wahrgenommen wurde. Nichts ist so schlimm, als das der Teppich geholt werden muss. Was viele gerne vergessen, die nicht gesagten Wörter wirken auch. Und zwar doppelt. Die Mutmassungen über mögliche Äußerungen können einen wahrlich verzweifeln lassen. Denk nur an deinen ersten Schwarm und wie du dir stetig ausgemalt hast, wie er regieren würde, wenn du ihn angesprochen hättest. Dieses Gedankenkarussell = eine einzige Tortour. Statt in Ruhe über Interpretationen nachzudenken – lieber nachfragen und wahrnehmen, was deine Gegenüber zu sagen hat.


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.de 

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