Hängt wertschätzende Kommunikation von der Anzahl der Wörter ab?

buchstabenwurfel

Qualität und Quantität.

Zwei große Worte, deren Bedeutung oft unterschätzt wird. Zumindest in Themen die einem wichtig sind.

Mir ist Kommunikation wichtig. Mir ist Wertschätzung wichtig. Damit ergibt sich die Frage: In welchem Zusammenhang stehen diese Worte?


Qualität ist wichtig – wie überall

Kaufen wir uns neue Dinge, dann lesen wir die Rezensionen. Wir verschaffen uns einen Überblick über Zahlen, Daten, Fakten. Viele Informationen werden eingeholt, damit wir einen objektiven Überblick über die Qualität des Produktes haben. Dafür nehmen wir uns Zeit und Raum. Im Anschluss wird die Qualität innerhalb der Gewährleistungszeit getestet, damit bei Nichtgefallen der Umtausch stattfinden kann. Qualität ist uns wichtig. Immer und überall.

Warum dann nicht in der Kommunikation?

Täglich sprechen wir im Schnitt 18 000 Wörter – je nach Geschlecht mehr oder weniger.

Darin enthalten sind:

  • Informationen für uns („Ich muss … // soll … // darf … // kann … // will …)
  • Informationen an unsere Kinder, Ehepartner, Kollegen und Nachbarn („Du musst …// sollst … // darfst … // kannst … // willst“)
  • Smalltalk Informationen mit der Bäckersfrau, dem Mitfahrer in der Bahn, dem Postboten etc.

Worte können Waffen sein. Worte spiegeln unsere Haltung und unsere Werte wieder.

Je achtsamer wir mit uns sind – desto achtsamer sind wir mit unserem Gegenüber.

Das bedeutet, wenn wir in Wertschätzung mit uns und unseren Mitmenschen leben, dann senden wir das in jeder Botschaft mit. Die Qualität unserer Botschaften zeichnet sich somit durch den Wert ‚Wertschätzung‘ aus.

Sind die Worte gesprochen, dann können wir sie schwer zurücknehmen. Es gibt keine Garantiezeit in der wir gesprochene Buchstabenreihen einfach umtauschen können.

Gesagt ist gesagt und gehört. Ist unser Gegenüber erstaunt, verletzt oder irritiert von dem, was wir kommuniziert haben, dann haben wir nur die Chance im Nachgang, unsere Aussage zu korrigieren oder zu erklären.

Die Qualität unserer Kommunikation ist wichtig. Sie unterstützt die bestehende Beziehung oder gibt ihr Risse. Da wir kein Umtauschrecht haben auf gesprochene Sätze, haben wir nur eine Möglichkeit: Von Beginn an achtsam und wertschätzend zu sein.


Unterschätze nicht die Quantität

Neben der Qualität gibt es noch die Quantität – die Menge, in der etwas vorhanden ist.

In der Kommunikation versteckt sich hinter der Quantität die Anzahl der Wörter. Die Satzlänge. Der Satzbau.

Wer viel redet muss nicht automatisch viel zu sagen haben. Und wer wenig spricht, muss nicht gleichbedeutend sein mit einer introvertierten Persönlichkeit. Die Anzahl der Wörter sagt nichts über den Inhalt aus. Jeder der 132 seitige Powerpoint-Präsentationen erlebt hat, kann nachvollziehen was ich meine.

Worte wirken. Immer. Überall. Und dabei ist es irrelevant wie viele du benutzt. Ein kleines ‚Danke’ kann jemanden den ganzen Tag versüssen. Ein böser Blick mit einer abfälligen Bemerkung genau das Gegenteil bewirken.


Und was ist nun bedeutsamer?

Wertschätzung hängt nicht von der Anzahl deiner Wörter (die Quantität deiner Kommunikation) ab. Du kannst mit wenig  Worten genauso wertschätzend sein, wie mit viel Worten.

Wertschätzung spiegelt die Qualität deiner Kommunikation wieder. Das was dir im Miteinander, im Gespräch wichtig ist. Dein Gegenüber kann das spüren und dementsprechend darauf reagieren.

Nur weil du knapp 20 000 Worte am Tag zur Verfügung hast, musst du sie nicht alle verwenden. Sei achtsam mit deinen Worten und fühle, ob das, was du gerade aussprechen möchtest, deinen Wert für deine Kommunikation widerspiegelt. Fühle in dich hinein, ob deine Aussage das Miteinander fördert und stärkt oder eher bremst und zerstört. Und dann nimm die Reaktion deines Gegenübers wahr. Spürst du Unsicherheiten oder gar Enttäuschung – dann frage nach. Frage nach, was verstanden worden ist. Welcher Teil der Botschaft verletzend war und dann korrigiere nach.

Auch wenn es in der Kommunikation keine Garantieleistung oder Umtauschrecht gibt, so können wir doch im Miteinander agieren. Wir können gesprochene Worte neu formulieren. Worte  -und deren Bedeutung für uns – erklären. Andere Worte finden.

So nutzen wir die Chance, dass unsere Aussage so ankommt, wie wir sie gesendet haben wollen.


Kennt ihr die Geschichte von den drei Sieben?

Diese Anekdote zeigt auf, was Qualität in der Kommunikation sein kann:

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte: „Höre Sokrates, das muss ich dir erzählen!“

„Halte ein!“ – unterbrach ihn der Weise, „Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“

„Drei Siebe?“, frage der andere voller Verwunderung.

„Ja guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“

„Nein, ich hörte es erzählen und…“

“ So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut?“

Zögernd sagte der andere: „Nein, im Gegenteil…“

„Hm…“, unterbracht ihn der Weise, „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?“

„Notwendig nun gerade nicht…“

„Also“ sagte lächelnd der Weise, „wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.“

Gefunden bei: http://www.lichtkreis.at/gedankenwelten/weise-geschichten/die-drei-siebe/


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.de

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