Schweigen im Walde 

oder: Die 2 Seiten der Kommunikation

ketten

Ich rede gern. Viel und laut. Ebenso schweige ich gern. Leise und oft. Weil in der Ruhe die Kraft liegt. Weil ich manchmal ganz still werden muss, um zu Verstehen.


Das Warum hinter dem Schweigen

Schweigen – weil es dem Anderen nicht gefällt, was ich denke und fühle und sagen möchte. Weil meine Worte nicht seine sind. Weil ich andere Werte haben. Andere Wichtigkeiten. Weil ich lieber mehr rede, als zu wenig. Weil ich Schachtelsätze liebe. Und die Ironie. Deswegen schweige ich an der einen oder anderen Stelle.

Manchmal schweige ich, weil ich mit den Menschen nicht reden will. Nicht sagen will, was ich denke, weil es mich anstrengt. Das anders sein. Das anders denken und fühlen. Ich mich nicht erklären will, für meine Denkweise und meine Lebenspläne. Nicht ständig rechtfertigen müssen, warum ich tue – was ich tue. Schweigen als Schutz meiner Energie.

Beides bin ich. Seiten von mir, die meine Freunde kennen und Unbekannte nicht. Seiten, die dem einen gut tun, weil er ähnlich ist. Seiten, die andere kaum an mir aushalten, weil sie anders sind.

Am schlimmsten es am Anfang. Dieses Gefühl, was sagen zu müssen, weil man dass macht. Weil der andere sonst denkt, das ich denke, das er uninteressant ist. Oder weil ich denke, das er denkt, ich hätte nichts zu sagen. Small Talk führen, damit das Schweigen am Ende nicht so laut wird, das die eigenen Gedanken dabei untergehen.

Schweigen. Ein Raum der Stille. Bewusst. Mitten im Gespräch. Oder am Ende.

Dieser Moment, wenn all die gesprochenen Worte im Raum Zeit haben, sich zu sortieren. Wenn meine Gedanken Zeit haben, zur Ruhe zu kommen. Wenn ich kurz durchschnauben kann. Atmen. So wichtig in der Kommunikation. Nicht nur bildlich gesprochen.

Schweigen muss man können. Vor allem muss man es aushalten können. Den Moment der Ruhe. Wo scheinbar nichts geschieht und unscheinbar so viel. Sich nicht dem Druck hinzugeben, etwas sagen zu müssen, weil diese Peinlichkeit der Stille so laut ist.


Wenn Schweigen uns die Worte nimmt

Schweigen ist mancher Orts so negativ besetzt. Wenn die Eltern zum Kind sagen, sei leise, wir reden jetzt. Oder der Chef mahnend meint, ihm schweigend zu lauschen.

Diese Art des Schweigens macht uns stumm. Weil wir gerne was gesagt hätten, aber der andere uns sagt, dass es nicht hörenswert ist. Beziehungsweise mit seinem Blick uns non-verbal zum schweigen bringt. Die Gründe, für sein Handeln sagt er laut. Aber sind es auch die echten Bedürfnisse dahinter? Sind die Eltern in diesem Moment authentisch oder genervt? Ist der Chef klar oder verbirgt er etwas?

Durch diese Erfahrungen lernen wir, dass es an mancher Stelle besser ist den Mund zu halten. Wir wissen zwar nicht wirklich warum, aber wir tun es. Es wurde uns anerzogen. Antrainiert. Später, rückblickend, kommen die Fragen. Fragen, die darauf abzielen zu verstehen. Zu verstehen, warum die Situation so war, wie sie war. Und warum wir uns untergeordnet haben. Ohne nachzufragen. Ohne den Versuch, es wenigsten versucht zu haben.


Schweigen kann Heilung bedeuten

Dann gibt es das Schweigen, das wir bewusst wählen. Entweder wir gehen dafür an ruhige Orte, die zum Schweigen und innehalten einladen. Oder wir bleiben daheim, ziehen den Stecker der Klingel und machen das Handy aus. Ganz aus. Und geniessen die Ruhe. Das Nichtstun. Die Stille. Die stumme Kommunikation. Mit uns oder zusammen mit dem Partner.

In der Stille kann das reifen, was laut gesät wurde. In der Stille können die Gedanken zur Ruhe kommen. Der Geist hat Pause. Braucht keine neuen Wörter finden, um auszudrücken, was gerade los ist. Gemeinsam schweigen – einer meiner intimsten Momente die es geben kann.


Schweigen als Zeichen für deine Gegenüber

In einem Gespräch fliegen die Worte hin und her. Wie bei einem Tennisspiel. Einer macht die Angabe, der andere nimmt an und schmettert zurück. Darauf folgt der nächste Satz. Ständig sind Worte um uns herum und wir kommen an mancher Stellen kaum zum nachdenken.

Gerade bei Vorträgen geht es mir so. Wenn der Redner es gut meint und Millionen Fakten dabei hat. Von Anfang bis Ende wird gesprochen und Wissen weitergegeben und mein Geist kommt nicht hinterher.

In diesen Kommunikationsarten ist Schweigen gut. Als Zeichen von „Ich gebe dir Zeit, deine Gedanken zu sortieren.“ oder „Ich gebe dir Raum, das Gesagte in deinen Geist aufzunehmen und anzunehmen.“ Kommunikation bedeutet nicht, ständige im Reden zu sein. Kommunikation bedeutet, zu lauschen, wie es dem Anderen gerade geht und was ich tun kann, damit unser Miteinander wertvoll ist. Für beide Seiten.


Immer dieses Aushalten

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber das Schwierigste im Miteinander für mich – ist dieses Aushalten. Die Gefühle aushalten. Die andere Meinung aushalten. Das Schweigen aushalten. Sei es das eigene Schweigen oder das meines Gesprächspartner. Die Ruhe als Kraftquelle sehen und nicht als Abbruch von guten Gesprächen. Die Stille geniessen, weil der Geist zur Ruhe kommt und daraus Neues entstehen kann. Mein Gedankenkarussell aushalten, wenn ich in einer Rede eine bewusste Pause einbaue, damit alle verarbeiten können, was gerade gesprochen wurde. In einer Diskussion nicht sofort argumentieren, sondern kurz innehalten, um in mich hineinzuhorchen.


Schweigen ist gut für die Seele

In den letzten Jahren habe ich erfahren dürfen, wie gut mir Schweigen tut. Mir und meiner Umwelt. Das ich nicht immer sofort eine Antwort parat haben muss – sehr erleichternd. Das in der Ruhe, im Schweigen ich meine Gedanken sortieren kann – sehr entspannend. Das ich mit meinem Schweigen anderen eine Stütze sein kann und keine Last – sehr wohltuend.


Meine Botschaft an Dich

Schweigen ist vielfältig. Schweigen kann das Miteinander fördern oder behindern.

Das Wichtigste ist: Was bedeutet dir schweigen? Lebst du es in manchen Momenten aktiv? Oder scheust du dich an der anderen Stelle? Wie ist dein Verhältnis zu diesem Thema? Kannst du schweigen in Bezug auf die Kommunikation gut annehmen?

Jede Medaille hat zwei Seiten. Wäre die Kommunikation eine Medaille, dann ist auf der einen Seite der Austausch und das Gespräch – und auf der andern Seite das Schweigen und die Stille. Beides gilt es anzusehen und zu leben. Aktiv in die eigene Kommunikation zu integrieren. Sich bewusst mit beiden Möglichkeiten des Miteinanders auseinanderzusetzen.

Warum? Damit du in den Gespräche wertschätzend mit dir und anderen sein kannst.


Wie ist deine Erfahrung mit dem Thema Schweigen? Unten im Kommentarbereich ist Platz für dich und deine Geschichte. Ich bin gespannt und neugierig und freue mich von dir zu lesen.


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.de

2 Gedanken zu “Schweigen im Walde 

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