Fühle im Moment

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Eine Leserin hat gefragt:

Wie komme ich stärker ins Fühlen und entdecke meine Sehnsüchte?

Eine tolle Frage und ich möchte gerne meine Gedanken dazu mit euch teilen.

Ich habe die Frage gesplittet. Der erste Teil heute, der zweite Morgen.

Wie komme ich mehr ins Fühlen?

Antwort: Fühle.

Immer.

Überall.

Spar dir deine Gefühle nicht auf.

Nicht für später oder morgen.

Als Kinder fühlen wir den ganzen Tag.

Ohne Wertung.

Kein Gefühl ist besser oder schlechter als das andere. Als Kind deuten wir sie weniger als Gefühl. Mehr nehmen wir sie als Körperempfindung wahr. Hier das Herzklopfen, da das zwicken im Bauch. Wir fühlen im Moment und wenn wir Hunger haben, dann schreien wir und wenn wir hingefallen sind, dann weinen wir.

Im Moment. Weil das Gefühl gerade da ist.

Im Laufe der ersten Jahre lernen wir, dass das nicht immer gewünscht ist. Da sollen wir dann aufstehen, wenn wir gestürzt sind und weinen, ziert sich nicht. Wenn wir wütend sind, sollen wir in unser Zimmer und wenn wir traurig sind, dann bitte nicht in Gegenwart andere genau das zeigen. Freude ist da schon beliebter, aber auch nicht zu doll. Nicht so laut lachen und nicht jeden Tag grinsen. So leicht ist das Leben dann doch nicht.

Bis zu unserer Einschulung haben wir so viel über „was wir dürfen und was gewünscht ist“ gelernt, dass wir ganz vergessen, einfach nur zu sein.

Wenn wir stärker fühlen wollen, dann sollten wir genau das machen: Fühlen. Und zwar genau dann, wenn es ansteht.

Wenn ich traurig bin, weil mich gerade etwas berührt hat und ich muss weinen, dann tue ich das. Egal ob mitten im Kino oder während einer Vorlesung.

Wenn ich sauer bin, weil mich der Kommentar meines Kollegen trifft, dann fühle ich diesen Schmerz genau jetzt und nicht später daheim mit Schokolade.

In diesen Momenten kommen wir ganz schnell mit Mustern in Berührung, die wir Erziehung nennen. Oft ist es die Scham, sich so zu zeigen, wie wir sind. Jetzt. Genau in dem Moment.

Alle Reden von authentisch sein und doch sind es die wenigstens. Viele von uns leben ihre Gefühle nämlich daheim aus oder auf dem Klo. Schlimmer noch, sie fühlen ihre Gefühle nicht, sondern gehen in den Widerstand, weil sie diese Gefühle nicht fühlen wollen. Das zeigt sich, wenn sie die Schuld bei anderen suchen oder sich mit Fernsehen in eine Parallelwelt flüchten.

Wenn du also stärker fühlen willst, dann fühle, ohne zu bewerten, wann immer du ein Gefühl fühlst.

Egal ob schön oder nicht schön.

Fühle in dem Moment und verschiebe es nicht auf später.

Alles Liebe,

Jana

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