Wertschätzende Kommunikation – Teil IV

Murmel

Thema: Kinder in der Pubertät + Meine Tipps für Dich


Damals wars

Es war einmal ein Kind. Dieses Kind war 5 Jahre jung, süß und nett. Das besondere an diesem Kind war, es sprach mit mir. Darüber wie es im Kindergarten war. Wer seine Freunde waren. Was es mit wem gespielt hatte. Ich durfte dieses Kind auch alles fragen. Ob es ihm gut geht, was es letzte Nacht geträumt hatte und auf was es sich am meisten freue.

Dieses Kind wurde nun älter. Und auch  in diesem Alter wurde miteinander geredet und sich ausgetauscht  –  über die Dinge des Alltags. Ich freute mich darüber, dass in ganzen Sätzen gesprochen werden konnte. Wir benutzen eine Vielfalt an Wörtern. Es war faszinierend wie wir mit unserer Sprache spielten.

Und eines Tages war nichts mehr wie es war.  Willkommen in der Pubertät.


Wenn die jungen Leute in der Pubertät sind, ist dies ein Ausnahmezustand – für die ganze Familie.

Sprachlos sind wir dann und wollen einfach nur unsere Kinder wieder haben. Diese kleinen süßen Dinger von früher. Unsere Gesprächspartner, die uns zumeist alle unsere neugierigen Fragen bereitwillig beantwortet haben.

Stattdessen haben wir nun maulige, wenig sprechende Mitbewohner. Jede Frage die wir ihnen stellen ist zu viel und wird mit einem Brummen oder Kopfnicken/-schütteln oder Türen knallen beantwortet. Vorbei ist Zeit der entspannten Gespräche.

Und genau wie die Jugendlichen, stehen wir nun vor einer neuen Sprache. Unsere Kommunikation hat sich verändert. Jetzt gibt es nicht mehr die Frage – Antwort Spiele bei denen wir nur die Frager waren. Nun müssen wir auch mal Rede und Antwort stehen. Haben wir dann Fragen, werden diese nicht mehr so bereitwillig beantwortet wie früher.

Es kann passieren, dass wir Angst bekommen unser Kind nicht mehr zu verstehen. Das es uns aus den Händen gleitet und wir nicht mehr ran kommen – an das Innerste. Das wir keinen Zugang mehr haben und nicht mehr Teil ihrer Welt sind.


Wie kann Kommunikation in der Pubertät funktionieren?

Oft ist es so, dass die jungen Leute verstanden werden wollen. Sie wollen Zuhörer und hören ungern tolle Ratschläge von uns. Sie haben manchmal nichts zusagen und manchmal wieder so viel. Nie weiß man wirklich was als nächstes in ihrem Kopf vorgeht und dann aus ihrem Mund rauskommt.

  • Wie können wir uns als Eltern nun vorbereiten?
  • Wie können wir damit umgehen, mit dieser neuen Art von Kommunikation?
  • Wie können wir ihnen zeigen dass sie uns alles Fragen können?

Meine 5 Ideen für deinen Kommunikationsalltag mit (D)einem Pubertären

1) Zeit nehmen

Wenn es zu einem Gespräch kommt, nimm dir Zeit. Lass deine Aktivität ruhen und konzentriere dich auf dein Kind. Wenn der Zeitpunkt ungünstig ist, teile es mit und legt einen neuen Termin fest. Zu diesem Zeitpunkt hast du dann definitiv Zeit und wirst nicht vom Außen abgelenkt.

2) Aktives Zuhören

Hierbei ist zu verstehen – sei mit all deinen Sinnen anwesend. Nicht in Gedanken an die liegen gebliebene Hausarbeit denken oder den Einkaufszettel schreiben oder gar das Lieblingslied mit summen. Jetzt hat dein Kind und sein Anliegen oberste Priorität.

3) Sei präsent

Das Bedürfnis deines Kindes nach Anteilnahme und Austausch ist jetzt sehr hoch und möchte beachtet werden. Vor allem möchte dieses Bedürfnis genährt werden. Deine Aufgabe ist es anwesend zu sein, mit allem was dir zur Verfügung steht. Sei mit deiner Aufmerksamkeit ganz bei deinem Kind.

4) Sei empathisch

Egal mit welchem Thema dein Kind zu dir kommt – es ist wichtig, zumindest für dein Kind. Auch wenn du die Nase rümpfst beim dritten Liebeskummer  – für dein Kind stürzt gerade die Welt ein. Sei mitfühlend. Erinnere dich an deine Pubertät und wie viel Liebeskummer du hattest. Versuchen dich in die jeweilige Situation hinein zu fühlen. So erhältst du einen kleinen Ausschnitt von den Gefühlen deines Kindes und kannst in deiner Kommunikation mitfühlender sein.

5) Aushalten

Das ist das Schwierigste – aushalten. Das nichts sagen, nur Zuhören Ding. Die eigenen Bedürfnisse runterschlucken, keine klugen Ratschläge geben, nicht von selbstgemachten Erfahrungen sprechen und schon gar nicht sagen, dass alles besser wird.

Einfach nur aushalten. Das Gespräch, das Thema, die Zeit.


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.com

2 Gedanken zu “Wertschätzende Kommunikation – Teil IV

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