Bilder im Kopf

Bilder im Kopf

Wie deine Fantasie deine Kommunikation beeinflusst

Kennst du das auch? Du sieht jemanden und hast gleich Bilder von dem bevorstehenden Gespräch im Kopf. Du siehst wie er die Lippen zu einem Wort und die Wörter zu Sätzen bildet. Allerdings kannst du ihn nicht hören, weil du eben diese Bilder im Kopf hast. Du bist so vereinnahmt von deren Vorstellung, das die Realität keine Chance hat zu dir durchzudringen.

Klar sagst du jetzt: So was passiert mir nicht? Und wenn, dann merke ich das gleich?

Wirklich?

Und sei ehrlich – zu dir und zu mir.

Bilder im Kopf zu haben ist an sich nichts schlimmes, allerdings beeinflussen sie unsere Wahrnehmung und somit auch unsere Kommunikation.

Das nicht zu wissen – das ist schlimm.


Woher kommt das?

In unserem Leben machen wir die verschiedensten Erfahrungen.

Wir lernen die unterschiedlichsten Menschen kennen und treffen die verrücktesten Entscheidungen.

Wir wägen jedes Mal ab. Ob dieser Mensch uns sympathisch ist oder nicht. Ob ich lieber Schokoeis statt Vanilleeis haben möchte. Ob dieses Gespräch nährend für mich ist oder eher nicht.

Damit das in Zukunft  eben nicht Stunden dauert, sondern zügig vonstattengeht – speichert unser Gehirn unsere Erlebnisse ab. Das berühmte Schubladendenken findet hier statt.

Damit aber nicht genug.

Alle je erlebten Situationen werden mit einem Gefühl verbunden und mit diesem abgespeichert. Ebenso jeder Kontakt zu einem andern Menschen. Auch hier wird alles mit einem Gefühl gekoppelt und zusammen abgespeichert.


Warum?

Weil wir im Fühlen schneller sind wie im Denken. Unsere Gefühle sind immer zuerst da, auch wenn du das jetzt so nicht glauben willst. Unser Unterbewusstsein kann Gefühle einfach schneller abrufen, weil wir darauf ebenso schnell reagieren können.

Beispiel:

Du stehst in der Taiga – Auge in Auge mit einem Löwen. Das Gefühl „Hier stimmt was nicht. Ich bin in Gefahr.“ ist schneller bei dir, als der Gedanke „Oh, ein Löwe. Ein schönes Tier. Ob es gefährlich ist?…“

Dementsprechend kannst du dich auch zügiger auf den Rückzug machen und die Gefahr bannen. Würdest du gedanklich noch im Prozess sein, könnte der Löwe schnellen Prozess mit dir machen.

Dieses weit hergeholte Beispiel kannst du auf jede Alltagssituation übertragen.

Jede gemachte Erfahrung brennt sich in unser Unterbewusstsein ein und kann jeder Zeit abgerufen werden. Sowohl die guten wie auch die weniger guten Dinge.

Dass erleichtert uns unsere Alltagsentscheidungen. Täglich treffen wir hunderte von Entscheidungen und würden wir jedes mal aufs Neue überlegen – Puh, wie schwierig und langatmig.


Was hat das nun mit Kommunikation zu tun?

Ganz viel.

Erinnere dich bitte an deinen ersten Freund / Freundin der/ die mit dir Schluss gemacht hat. Damals, als du jung warst und glaubtest es wäre für immer. Was für ein Gefühl kommt da in dir hoch?

Sicherlich kein berauschendes. Du spürst die Verletzung, die Enttäuschung, deine Traurigkeit.

Und wie hieß diese Person? Kannst du dich noch an den Namen erinnern? Ich glaube schon.

Frage: Wie reagierst du auf Personen in deinem Umwelt, die den selben Namen haben? Bitte sei ehrlich bei der Beantwortung dieser Frage.

Ich vermute, du wirst ein bestimmtes Bild im Kopf haben, angelehnt an deine gemachte Erfahrung. Nach dem Motto: „Menschen mit diesem Namen kann ich nicht vertrauen, weil sie mich enttäuschen werden.“

Ebenso weißt du, wie es sich anfühlt seinen ersten tollen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Der Chef war toll, die Mitarbeiter fantastische. Einfach geniale Kollegen die du da hattest. Ein Gefühl von Zufriedenheit und Stolz macht sich – beim Gedanken daran – in dir breit.

Auch hier hast du die Situationen und die Menschen mit einem Gefühl verbunden und kannst es dir jeder Zeit abrufen.

Je älter du wirst, desto mehr solche Abspeicherungen hast du gemacht.

Besuchst du eine Party oder gehts zu einem Vorstellungsgespräch oder triffst in der Bar deine große Liebe, beeinflussen dich eben genau diese Abspeicherungen.

Alte Verletzungen und Traurigkeit kommen zu Tage und hindern dich, deine Chance zu ergreifen. Du bekommst kein Wort über deine Lippen oder aber du versuchst erst gar nicht ein Gespräch aufzubauen.

Verliebtheit und Übermut erfüllen dich und lassen keinen klaren, neutralen Blick auf die Situation zu. Deine Kommunikation ist geprägt von überschwänglichen Worten und du bist weit entfernt davon eine realistische Wahl zu treffen.

Beides kann zu den verrücktesten Entscheidungen führen, welche nicht immer im Happy End enden.

Da wir aber für unser Leben und unsere Kommunikation genau DAS wollen, müssen wir um die Macht der eigenen Bilder im Kopf wissen.


Was nun tun mit dieser Erkenntnis?

Bilder im Kopf hindern uns oft dran:

  • Personen anzusprechen
  • um Hilfe zu bitten, wenn wir diese brauchen
  • Chance zu nutzen, die sich uns bieten
  • unsere Kommunikation zu leben
  • …..

Damit dir das eben nicht passiert, habe ich folgende 3 Ideen für deinen Kommunikationsalltag zusammengetragen:

1.  Erkennen

Sei dir darüber bewusst, dass du Bilder im Kopf hast.

Stehst du einer unbekannten Situation/ Person gegenüber und spürst ein bestimmtes Gefühl – erkenne, dass dein Unterbewusstsein mit dir spricht.

Erkenne die gemachte Erfahrung, wertschätze sie und mache neue Erfahrungen.

Neue positive Erfahrungen können alte Erfahrungen ersetzen

2.  Einsetzen

Nutze diese Erkenntnis und sprich deine Unsicherheit an. Erzähle deinem Gegenüber von deiner Unsicherheit und Misstrauen, weil du eben diese Erfahrungen gemacht hast. Genauso kannst du deine Euphorie in Worte fassen und mitteilen.

Ehrlichkeit ist eine gute Tugend im Bereich Kommunikation.

3. Abgleichen Bild – Wirklichkeit

Hast du Bilder von bestimmten Personen oder Situationen im Kopf die dich daran hindern:

  • zu handeln
  • neutral zu sein
  • offen und neugierig

gleiche sie mit der Wirklichkeit ab.

  • Sprich die Person an und überprüfe deine Bilder zu ihr.
  • Handel in der Situation und erlebe was passiert. Ein Ereignis kann sich nur wiederholen, wenn du dich dafür entscheidest.
  • Benenne deine Unsicherheit.

 


 

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.com

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