Ungefragt nachgefragt

Mit 3 Impulse im Umgang damit – zur Erleichterung deines kommunikativen Alltags

sicht

Stagnation, Stillstand, Veränderung. Alles Wörter die mit Wandel zu tun haben. Entweder direkt bei mir oder indirekt.

Wenn es direkt mit mir zu tun hat, dann weiß ich was geschieht. Ich kenne die Prozesse. Erlebe täglich die damit verbundenen Herausforderungen. Die aufkommenden Fragen in diesem Zusammenhang kenne ich auswendig. Manche Antworten auch. Andere Antworten gar nicht. Ich bin direkt betroffen, auch wenn ich mich selber nicht als Betroffenen sehe. Ich spüre mich in der Situation und wenn ich mich mit mir beschäftige, dann sind meine Bedürfnisse keine unbekannten Variablen.

Stehen die oben genannten Wörter eher indirekt mit mir im Zusammenhang, dann muss ich mich im Aushalten üben. Freunde, Partner, Kinder oder Kollegen befinden sich in einem Prozess, den ich nicht unbedingt teile.

Nur weil ich Fernweh habe, müssen die Anderen es nicht auch haben.

Nur weil ich das Abenteuer suche, müssen die Anderen es ebenso.

Nur weil ich Stillstand kaum aushalte, müssen die Anderen das Selbe (oder Gleiche) Problem damit haben.

Unsere Welt ist bunt. Unser Leben ist bunt. Unsere Beziehungen sind bunt. Das ist gut so und ich möchte es auch nicht anders haben. Ich wünsche mir Vielfalt im Zusammensein mit Freunden und Bekannten. Ich wünsche mir Austausch und unterschiedliche Ansichten zu den verschiedensten Themen. Diskussion und Schweigen. Halten und Gehalten werden. Das alles macht mich, macht uns lebendig und bringt uns dazu, zu wachsen. Neue Dinge erleben zu wollen. Neue Bücher lesen zu wollen. Neue Erfahrungen machen zu wollen.

So weit, so gut. Was aber, wenn das Aushalten in ungefragten Fragen endet?


Ungefragt nachgefragt

Ich liebe Kommunikation und das damit verbundene Interesse am Gegenüber. Ebenso empfinde ich Diskussionen als sehr förderlich für das eigene Wachstum. Der Austausch verschiedenster Ansichten und Gedanken zeigen mir die Vielfalt der Individuen. Die Vielfalt dessen, was möglich ist. Diese Momente – ich liebe sie.

Was ich dagegen nicht liebe und mir der Umgang damit auch schwer fällt, dass sind die ungefragten Kommentare zu Dingen die mich betreffen. Wenn ich von neuen Ideen erzähle und mein Gegenüber sofort alle seine Zweifel nennt. Wenn ich von meinem Liebeskummer berichte und mein Gegenüber sofort mir seine Geschichte erzählt. Wenn ich von einer neuen Reise erzähle und mir sofort erklärt wird, was da alles passieren kann.

Ich weiß nicht – wie es dir in solchen Situation geht. Mir geht es in diesen Momenten schlecht. Schlecht im Sinne von:

  • Ich werde wütend, weil ich nicht nach der Meinung gefragt habe, sondern erstmal nur erzählen wollte.
  • Ich werde traurig, weil ich das Gefühl habe, es geht nicht um mich, sondern um mein Gegenüber.
  • Ich bin enttäuscht, weil ich nicht ernst genommen werde.
  • Ich bin irritiert, weil ich keine Frage gestellt habe und trotzdem eine Antwort erhalte.

Diese bunten Gefühle in mir steigern sich dann zu einem Wutball und diesen werfe ich dann knallhart zurück. In Form von Ironie („Du kommst nicht aus deinem Dorf raus und willst mir die Welt erklären. Schon klar“), von Tränen oder der Erkenntnis „Egal was ich erzähle, es interessiert eh niemanden“.

Das solche Reaktionen ein wertschätzendes Miteinander verhindern – da sind wir uns einig.

Das solche Momente immer wieder passieren können – darüber auch.

Und da jeder für sich Verantwortung hat und auch in der Kommunikation eigenverantwortlich handelt, haben wir es in der Hand – wie wir mit diesen Gesprächen, diesen Menschen und ihren Themen umgehen.

Wir entscheiden, ob wir weiter kommunizieren oder diese abbrechen.

Wir entscheiden, ob wir unsere Gefühle fühlen und lebendig werden lassen oder eher unterdrücken.

Wir entscheiden.

Damit du für die nächsten ungefragten Fragen vorbereitet bist, habe ich 3 Impulse dabei – die du sofort in deinen kommunikativen Alltag integrieren kannst.


Meine Impulse für Dich

1. Impuls: Benenne ganz klar, was du dir vom Gegenüber wünscht.

Bist du im Wandel oder in Trauer oder willst einfach nur deine Gedanken loswerden, dann hilft es sehr, wenn du deinem Gegenüber klar kommunizierst, was du dir jetzt von ihm wünscht. Soll er nur zuhören oder auch eine Rückmeldung geben? Soll er mit dir Lösungen finden oder nur Impulse setzen? Soll er dich in Arm nehmen oder nur die Schokolade reichen?

Je klarer du aussprichst, was du dir in der Situation wünscht – desto geringer ist die Chance von Kommunikationsstörungen.

2. Impuls: Sage ganz klar, wenn dich die Meinung deines Gegenübers gerade verunsichert

Bist du gerade im reden deiner Geschichte und spürst diesen Impuls beim Anderen. Den Impuls, jetzt gleich mit seiner Ansicht zu deinem Thema herauszuplatzen. Dann kannst du dich auf deine Gefühl verlassen, denn es wird geschehen. Ungefragt wird deine Geschichte in seine Werte eingeteilt. In gut oder schlecht. In Leichtsinn oder Wahnsinn. In ‚könnte klappen’ oder ‚das wird scheitern‘. Jegliche Euphorie deinerseits oder Trauer oder Zweifel werden mit einem Schlag nicht gesehen. Dieses ‚nicht sehen‘ kann zu Wut führen. Und wenn du dieses Gefühl bei dir wahrnimmst – dann kommuniziere es. Sage, was diese Aussagen in diesem Moment mit dir machen. Das dich diese Ansichten verunsichern oder sogar wütend machen.

Mit dieser Rückmeldung erfährt dein Gegenüber, wie seine Worte bei dir angekommen sind und du transportierst, die in dir lebendig geworden Gefühle, zum Adressaten zurück.

3. Impuls: Frage nach, aus welchem Impuls die Gegenfrage kam

Meistens fragen die Menschen nicht, um dich oder mich zu verunsichern. Oft ist es aus einem Bedürfnis nach Sicherheit oder Sorge heraus, dass die ungefragten Fragen kommen. Zudem werden eigene Themen angetiggert. Sie selber trauen sich vielleicht nicht auf eine Fernreise, obwohl die Sehnsucht da ist. Oder sie haben Angst vor der Trennung vom Partner und der damit verbundenen Folgen. Frage nach, was die Beweggründe sind. Damit hast du die Chance auf Verständnis. Zum einen bei dir, weil du die Hintergründe kennst. Zum andern bei deinem Gegenüber, der dann nachvollziehen kann, aus welchem Impuls heraus er gehandelt hat.


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.de

4 Gedanken zu “Ungefragt nachgefragt

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