Wertschätzende Kommunikation – Teil 13

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Thema: wertschätzende Kommunikation im Umgang mit Aggressionen bei Kindern + 5 Impulse für Dich

In der letzten Woche habe ich einen Vortrag im Kindergarten gehalten. Die Anfrage lautete: „Wie können die Eltern mit Kindern umgehen, wenn diese aggressiv sind?“ Eine schwere Frage, besondern unter dem Aspekt, dass wir die Aggression zu dem machen, was sie dann ist: negativ.


Was ist Aggression?

Wenn unsere Kinder geboren werden, dann sind sie soviel mehr als nur niedlich. Sie sind fertige kleine Menschlein die, ohne gefragt zu werden, dass Geschenk Leben bekommen. Das bedeutet, sie tragen alles in sich, was sie brauchen, um zu überleben. Und da das Leben positiv ist, tragen unsere Kinder genau das in sich. Lebensbejahende Gefühle und deren Ausdruck.

Wenn sie Hunger haben, dann schreien sie, weil sie überleben möchten. Wenn ihnen zu warm oder zu kalt ist, dann schreien und wenden sie sich, weil sie überleben möchten. Wenn ihnen langweilig ist oder die Situation zu hektisch, dann machen sie sich bemerkbar, weil sie überleben möchten. Kinder fühlen das etwas nicht stimmt und machen sich non-verbal bemerkbar. Aus dem Bauch heraus – das, was uns als Erwachsener oft schwer fällt.

Fünf Grundgefühle gibt es, die uns ein Leben lang begleiten. Dazu zählt: Freude, Ekel, Scham, Angst und Trauer. In manchen Erläuterungen findet man zusätzlich die Wut. An der Stelle lässt sich streiten, ob das so ist.

Aus Erfahrung empfinde ich die Wut als Ausdruck, dass etwas nicht stimmt. Aufgebaut auf den fünf Grundgefühlen.

Beispiel:

Wenn ich als kleines Kind Hunger verspüre und nicht sofort das Essen auf dem Tisch steht, dann habe ich Angst zu verhungern. Dementsprechend wir meine Reaktion sein.

Wenn ich als kleines Kind in den Kindergarten gehe und mir der Abschied von Mama schwer fällt, ich also traurig bin und mich niemand in meiner Traurigkeit ernst nimmt, dann werde ich wütend.


Warum reagieren Kinder so?

Kinder fühlen ihre Gefühle sehr intensiv. Mehr wie wir. Warum? Weil das in den ersten Momenten das Einzige ist, was sie haben, um ihre Umwelt wahrzunehmen und Ausdruck zu verleihen. Sie sind sozusagen noch nicht verkopft. Weder wägen sie ihre Reaktion ab oder überlegen sich, was jetzt gerade sozial angesehen wäre. Kinder reagieren direkt. Eins zu eins.

Im Laufe des Lebens machen Kinder ihre Erfahrungen. Wie gehen Mama und Papa mit ihren Gefühlen um? Was ist sozial erlaubt und was nicht? Wie reagiert meine Umwelt auf meine Wahrnehmung?

Je älter Kinder werden, desto bewusster nehmen sie ihre Gefühle war und profitieren von ihren Erfahrungen.


Was ist nun Aggression?

Aggression ist kein Gefühl. Aggression ist neutral. Aggression ist ein erregter Zustand, der uns darin unterstützt, unsere Bedürfnisse zu erfüllen.

Aggression entsteht als Zeichen auf eine Situation oder einen Reiz. Sozusagen ist die Aggression Auslöser bedingt.

Kein Kind ist von Geburt an aggressiv. 

Nur zum Verständnis: Wenn dein Kind aggressiv im Handeln ist oder mit dir aggressiv spricht, dann gab es davor eine Situation, die diese Reaktion ausgelöst hat.


Warum ist Aggression negativ?

Aggression ist negativ, weil wir sie so bewerten. In unserer Erfahrung haben wir erlebt, dass aggressive Menschen als schlecht abgestempelt werden. In dieser Schublade liegt ebenso die Erkenntnis, das Menschen die aggressiv sind, nicht gesellschaftlich angesehen werden. Und das Mütter, die bockige und aggressive Kinder haben, null Ahnung von Erziehung haben.


Was tun mit Aggression?

Zu allererst einmal: nicht wegwünschen! Aggression gehört zum Leben. Als Motor der Weiterentwicklung. Als non-verbale Kommunikation der Kinder, dass irgendwas nicht stimmt. Und wenn sie eh da ist, dann ist es wichtig, den Umgang mit ihr zu lernen. Angstfrei und Vorurteilsfrei.


5 Impulse für deinen Umgang mit der Aggression

1. Impuls – Überprüfe deine Bewertung

Was hast du in deiner Vergangenheit über Aggression gelernt und erfahren? Welche Glaubenssätze verbindest du damit?

Das beeinflusst stark unser Verhalten als Mutter im Umgang mit der Aggression. Wenn daheim immer geschrien wurde, dann ist das mein erlerntes Kommunikationsmuster im Umgang mit der Aggression.

Wenn ich erlebt habe, dass meine Mutter stets weinend aus dem Raum lief, dann werde ich das als Mutter ebenso tun. Das Gefühl einfach wegdrücken oder unter den berühmten Perserteppich schieben. In der Hoffnung, dass niemand stolpert.

2. Impuls – Übernimm Verantwortung

Jetzt bist du Erwachsen. Jetzt hast du die Chance deine eigenen Erfahrungen zu überprüfen und neue zu machen.

Deine Kommunikation gehört zu dir. Zu niemandem anders. Also übernimm Verantwortung und ändere etwas, wenn es dich stört.

3. Impuls – Beuge vor

Oft reagieren wir erst, wenn die Mist am Dampfen ist. Das es dann meist zu spät ist und wir in dem Moment in einer Übersprungshandlung enden – das verkennen viel.

Warum nicht einfach schauen, wie ich dem ganzen vorbeugen kann?

Wie?

  • Kommunikationszeit einplanen – so fühlt sich jeder gehört.
  • Tagesstruktur leben – so weiß jeder, was wann geschieht.
  • Ich Botschaften senden – so übernimmst du als Erwachsener Verantwortung.

Das ganze unterstützt den Faktor Sicherheit und Geborgenheit. Wichtig für die Kinder, damit sich wachsen können.

4. Impuls – Nimm sie nicht persönlich 

Ist dein Kind aggressiv und tobt so vor sich hin, dann: Nimm es nicht persönlich. Es hat nichts mit dir zu tun, eher mit der Situation. Oft höre ich, dass Mütter dann unsicher werden in ihrer Mutterrolle und dementsprechend nachgeben und Zugeständnisse machen.

Dein Kind rebelliert aus verschiedenen Gründen:

  • dein Kind möchte seine Grenzen erweitern
  • dein Kind spürt ein Gefühl in sich und wird mit diesem nicht gesehen
  • dein Kind kennt keine andere Möglichkeit sich auszudrücken

Deshalb empfehle ich, bleib konsequent in deinem Tun und prüfe, was der Auslöser für diese Reaktion gewesen sein könnte.

5. Impuls – Rede mit deinem Kind

Kinder lieben es, wenn mit ihnen gesprochen wird. Schon als Baby fangen sie an zu lächeln, wenn sie die vertraute Stimme ihrer Eltern hören.

  • Frage, was los ist.
  • Sage, wie es dir mit dem Tobsuchtanfall geht.
  • Sprich aus, was du geplant hast. Sei transparent.
  • Benenne die nächsten Schritte.

Ein weiteren Artikel von mir zum Thema findest du hier: Wenn Wut im Spiel ist


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht und wertschätzend sein, Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.de

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