Über die eigene Angst reden, ohne Angst zu machen

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Mahlzeiten sind gute Möglichkeiten zur Kommunikation 

Da sitze ich am Abendbrottisch und höre meinen Kinder zu. Wie sie von ihrem Tag berichten. Wie es in der Schule war, was sie mit Freunden erlebt haben und auf was sie sich morgen freuen.

Und dann ist das dieser Moment. Ganz klitzeklein erst. Fast unscheinbar. Ein Wort das gesagt wurde und in mir ein merkwürdiges Gefühl auslöst. Unbehagen. Unsicherheit.

Ich werde nervös. Rutsche auf meinem Stuhl hin und her.

Während ich noch überlege (Haha, ein Gefühl via Gedanken einfangen. Wenn das mal immer so einfach wäre) schießt es mir in den Kopf. Wie ein Blitz, ganz klar, kann ich mein Gefühl deuten.

Ich habe Angst. Angst das meine Kinder es in der neuen Heimat nicht schaffen. Ausgelöst   durch die Kommunikation mit meinen Kindern.


Meine Angst gehört zu mir

So wie Patrick Swayze einst in Dirty Dancing sagte: Mein Baby gehört zu mir. So gehört unsere Angst zu uns. Immer.

Wir wohnen in China. Seit ein paar Wochen ist alles neu, auch die Schule. Neue Lehrer, neue Mitschüler, neue Sprache. Die Schule unterrichtet in Englisch. Für meine Kinder eine echte Herausforderung, sprachen sie bis jetzt nur deutsch.

Die Angst, dass sie nicht zurecht kommen. Keine Freunde finden. Den Inhalt nicht erfassen können. All das ist in mir. Von Anfang an. Am größten die Angst, dass wir abbrechen müssen, weil die Kinder das mit der Schule nicht schaffen.

Wäre das schlimm? Nein, denn das Wohl meiner Kinder steht ganz oben.

Doch die Angst, das dann so entscheiden zu müssen, läuft neben mir her.

So wie ich diese Situation eben erlebe, erlebst du eine andere und die Angst ist unser gemeinsamer Nenner.

Angst. Was für ein Wort.

Als Kind hatte ich Angst vor der Dunkelheit. Als Erwachsene geht das mittlerweile ganz gut. Dafür kommen neue Ängste hinzu.

Angst ist sozusagen immer da.

Nicht immer gleich stark, doch im Hintergrund anwesend.

Das Anzuerkennen ist gut. Ein erster Schritt. Und dann?

Wie kommuniziere ich meine Angst?


Über Angst reden, ohne Angst zu machen

Oft geschieht es, dass wir negative Gefühle haben oder Gefühle mit denen wir uns nicht wohlfühlen, und diese weg haben wollen. Schnell und sauber.

Die beste Strategie ist, dem Anderen die Schuld zu geben.

„Ich habe Angst, weil du nicht da warst.“

„Du hast mir gesagt, dass das passieren kann. Seitdem habe ich wegen dir Angst.“

Auf diese Weise bist du – scheinbar – deine Angst los. Hast sie einfach abgeschoben. Nach nebenan oder gegenüber.

Das mag sich im ersten Moment erleichternd anfühlen. Doch da es deine Angst ist, wird sie wiederkommen. Wie ein Bumerang.

Ein anderer Weg ist, die Angst auseinanderzunehmen, wie beim sezieren eines Fisches. Jedes kleine Teilchen wird berichtet. In aller Ausführlichkeit, gepaart mit Gestik und Mimik.

Am Ende haben alle Angst.

Deine Angst.

Du hast sie in diesem Moment nicht aufgeteilt, sondern vergrößert.

Beide Varianten werden täglich genutzt und kommuniziert.

Ohne sich mit den Konsequenzen zu beschäftigen.

Wie du deine Angst kommunizieren kannst, ohne Angst zu machen:

  1. Sei dir deiner Angst bewusst. Sie gehört zu dir. Das Anzuerkennen bedeutet schon Heilung.

  2. Sprich von dir. Was hat die Angst ausgelöst? Wie fühlt sich deine Angst an? Wo spürst du sie?


  3. Lass die Angst frei. Angst zu haben ist eine Sache. Die andere ist, dafür Bewältigungsstrategien zu finden. Sei es die Runde um den Block, das tiefe Ein- und Ausatmen oder gar der Schrei nach draussen.


  4. Finde Lösungen. Dann schau dir die Situation an und mache dir bewusst: Du bist immer handlungsfähig. Du hast die Macht über die Angst. Nicht andersherum.


Hinter jeder Angst versteckt sich ein Geschenk.

In Form von Wachstum, Reifung und Erfahrungen. Das alles wird dir geschenkt, kostenlos, wenn du dich deiner Angst stellst. Wenn du dir deine Verantwortung bewusst wirst und genau danach kommunizierst und handelst.


Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht und wertschätzend sein, Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

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