Darf ich das?

frau sonnenaufgang

Noch ein Stück Schokolade essen, auch wenn es schon nach 18 Uhr ist?

Den Sport ausfallen lassen, weil es regnet?

Den Kindern schnell eine Tiefkühlpizza machen, weil für mehr die Zeit nicht reicht?

Meiner Freundin sagen, dass ich heute doch keine Lust auf ein Treffen habe?

Zur Familienfeier nur Freunde einladen, die ich wirklich mag und allen Anderen nicht Bescheid geben – auch wenn es die Schwägerin ist?

Bei einem Geschäftstreffen meines Mannes in Hose kommen, weil ich Kleider nicht mag?

Darf ich das?

Das kann ein Ausschnitt aus (d)einer Gedankenwelt sein. Dieser Ausschnitt sieht bei jeder Frau anders aus. Bunter oder grauer. Leiser oder lauter. Doch die Frage: Darf ich das? hat sich bestimmt schon Jede von uns gestellt.

Zu allererst: DU DARFST ALLES. Alles machen, was dich glücklich macht. Alles machen, was dir gut tut. Alles machen, wofür du die volle Verantwortung und Konsequenz trägst.

Das eingeschränkte Denken und die Zweifel finden in allererster Linie in deinem Kopf statt. Bevor du überhaupt etwas getan hast, sind deine Gedanken schon ganz eifrig dabei, dir die Suppe zu versalzen.

Warum ist das so?

Ein Grund ist, dass wir uns vergleichen. Das wir denken, wir dürfen es nicht, weil es sich nicht gehört, wir schon zu alt sind, die Nachbarn sonst lästern oder deine Freunde sauer sind. Das wollen wir am allerwenigsten. Das jemand auf uns sauer ist oder traurig oder enttäuscht. Das Gefühl, Schuld zu sein, dass es einer anderen Person nicht gut geht – ganz übel.

Hinzukommt, dass wir uns immer dann Fragen stellen, wenn wir uns nicht klar sind. Nicht klar über das, was wir wollen oder nicht wollen. Nicht klar darüber, welcher Mensch wir sein möchten. Nicht klar darüber, was wir in unserem Leben erleben und bewegen wollen. Fehlende Klarheit führt zu Fragen, die uns die Klarheit bringen sollen. Leider ist das so, dass genau in diesen Momenten wir keine Lust oder keine Zeit haben, genau diese Frage glasklar zu beantworten. Also schieben wir sie zur Seite und machen einfach weiter – wie immer. Und wenn wir erneut in eine ähnliche Situation oder Entscheidung kommen, dann ist die Frage wieder da. Dann finden wir sie vielleicht lästig und schieben sie wieder weg. Es ist nur so, auch wenn wir Dinge weit wegschieben, sie sind nicht gelöst – nur versteckt. Sie kommen wieder und meistens mit Anlauf. Dann sitzen wir oft richtig in der Klemme, weil wir dann aus der Not heraus handeln. Vielleicht nur den Moment klären, aber nicht die Gesamtsituation.

Besser ist, du bist vorbereitet. Stellst dir hin und wieder Fragen, zu deinem Leben und der damit verbundenen Qualität. Notierst dir Fragen, wenn du gerade keine Antwort hast und gehst die ganze Sache damit aktiv an. Statt passiv darauf zu warten, dass sich irgendwas von alleine regelt.


Merke dir

1. Sorge für dich

Klar kümmern wir Frauen uns gerne. Um die Kinder, den Mann, die Familie und den ganzen Rest. Das gibt uns Bedeutung und schließlich ist das ja auch unsere Aufgabe. Zumindest wird einem das von der Gesellschaft so verkauft. Doch wenn wir uns um alle kümmern, wer kümmert sich dann um uns? Bevor du also darauf wartest, dass sich jemand um dich und deine Befindlichkeiten kümmert – übernimm Verantwortung und mach es einfach selbst. Denn das, was du für andere Personen gut kannst, dass kannst du erst Recht gut für dich. Wenn du für dich sorgst, dir regelmäßig Auszeiten und Pausen gönnst, dann hast du Kraft und gute Laune, wenn du dich um den Rest der Welt kümmerst.

2. Du bist für Niemanden seiner Gefühle verantwortlich

Klingt komisch, ist aber so. Jeder Mensch hat seine Gefühle und fühlt diese bei sich. Das bedeutet, dass zwar im Aussen etwas geschehen kann, was ein Gefühl in uns auslöst – doch hat es oft nichts mit dem Aussen zu tun. Das was da angetiggert wird und sich dann als Wutanfall oder Trauer zeigt, sind eigene Anteile und Erwartungen. Beispiel: Wenn deine Freundin traurig ist, weil du das Treffen absagst, dann nur, weil sie sich darauf gefreut hat und erwartet hat, dass es stattfindet. Doch, für ihre Denkweise und die damit verbundenen Gefühle und Erwartungen bist nicht du zuständig, sondern sie.

Leider wird uns in der Kindheit oft vermittelt, dass wir Schuld sind, wenn die Mama oder die Oma traurig sind – weil wir nicht aufgegessen oder das Bild nicht gemalt haben. Dieser Glaubenssatz verankert sich sehr früh, sehr tief in uns. Wenn wir dann älter werden, spüren wir diesen inneren Druck „es allen Recht machen zu wollen“. Das sind die Ausläufer dieses Glaubenssatzes.

Doch: Du kannst es gar nicht allen Recht machen! Warum? Weil du niemals alle Bedürfnisse von allen Menschen befriedigen kannst. Klappt nicht. Und selbst wenn du es annähernd schaffen sollest, dann bist Du diejenige, der es am Ende nicht gut geht.

Deshalb merke dir: Kümmere dich zuallererst um die Befriedung deiner Bedürfnisse. Um deine Träume und Ziele. Um deine Gefühle. Je klarer du da bist, desto ausgeglichener bist du.

3. Verschaffe dir Klarheit

Darüber, was du willst, wie du sein möchtest, mit wem du Zeit verbringen willst, welche Rollen dir gut tun und was dir schadet. Erstelle eine Liste und notiere dir die Dinge & Menschen, die dir gefallen und dich beflügeln. Dann notiere dir die Dinge & Menschen, die dich runterziehen. Das, was positiv ist – das verstärke. Das was dir schadet – vermeide. Je klarer du dir über diese beiden Seiten bist, desto klarer kannst du handeln und die Frage: Darf ich das? kannst du dir ganz leicht selber beantworten. Ohne schlechtem Gewissen oder nagendem Druck – eher mit Freude, weil du weisst, was du vom Leben erwartest.

Alles Liebe,

deine Jana

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