Überleben mit Homeschooling – 10 Ideen

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Die aktuelle Situation ist anstrengend. Sowohl körperlich, wie auch mental. Unser gewohnte Alltag ist seit Wochen dahin und wir haben keine Ahnung wie lange das so sein wird.

Bei all der Anstrengung im Außen und den Gedanken im Inneren gibt es zusätzlich das Homeschooling.

Und für all euch, die schon immer von daheim unterrichtet haben, ist das wahrscheinlich keine Herausforderung. Doch für die, die sich in einer neuen Situation wiederfinden, kann es eine große Aufgabe sein.

Ich selber wohne nun seit 3 Jahren in China und absolviere mit meinen Kindern seit 10 Wochen das Homeschooling. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten haben wir uns mittlerweile gut eingearbeitet. Es gibt Tage, da läuft es wie am Schnürchen. Und es gibt Tage, da will es so gar nicht funktionieren. Aus diesem Grund möchte ich mit euch meine 10 Strategien teilen, die uns in dieser Zeit unterstützen.

Das alles sind Angebote meinerseits. Ihr könnt euch mitnehmen, was passt und was nicht passt einfach stehen lassen.

1. Druck rausnehmen 

Etwas, was ich schnell gelernt habe war, dass ich mir und meinen Kindern den Druck nehme alles gleich und perfekt zu erledigen. Die Aufgaben bekommen meine Kinder am Anfang der Woche und ich bin jemand, die sich dann hinsetzt und sofort alles abarbeitet. Ich mag es nicht, Dinge liegen zu lassen und ich liebe es erledigte Aufgaben abzuhaken. Doch ich durfte erkennen, dass meine Kinder ein anderes Tempo haben und das die Aufgaben nicht gleich am Montag erledigt sein müssen. Zudem macht Druck nur eins – er erzeugt Gegendruck. In Form von Verweigerung, Schimpfen und Weinen. Genau das, was nicht förderlich ist, in der eh schon angespannten Situation. Also hab ich den Druck rausgenommen. So schaffen wir am Tag kleine Aufgaben und an anderen Tagen mehr. Und genau darum geht es doch.

2. Struktur schaffen

Ich bin ein Struktur liebender Mensch. In den ersten zwei Wochen des Ausnahmezustandes hatte das noch alles was von Urlaub. Das hieß, dass langes Ausschlafen dazugehörte. Ebenso wie lange Wachbleiben. Allein diese Verschiebung des Biorhythmus führte dazu, dass der Tag durcheinander war. Für ein harmonisches und erfolgreiches Homeschooling nicht umsetzbar. Deshalb haben wir uns eine Tagesstruktur erschaffen. Das bedeutet, dass wir täglich von 9:00 – 15:00 Uhr Schule machen. Inklusive Mittagspause. So haben wir einen Rahmen an dem wir uns orientieren können und müssen nicht täglich neu entscheiden, wann wir was machen. Zudem gibt Struktur Sicherheit und die braucht es, um Wissen aufzunehmen.

3. Wochenende ist noch immer Wochenende

Auch wenn sich jeder Tag gleich anfühlt und wir uns an manchen Tagen fragen, welcher Tag eigentlich ist – so finde ich es gerade jetzt wichtig, einen Unterschied zwischen Homeschoolingtagen und Wochenende zu machen. Warum? Weil spielen und Freizeit im Rahmen unserer Möglichkeiten jetzt genauso dazugehört. Für uns heißt das, dass wir am Wochenende unser Frühstück ausgiebig genießen, wie vor der Krise schon. Das die Kinder an den zwei Tagen keine Schule haben. Sie ausschlafen können und sich mit Freunden treffen. Für mich als Mama heißt das, dass ich frei habe. Frei von Schulunterstützung und mehr Zeit für Dinge, die ich in der Woche liegen lassen muss. Dies Auszeit ist so wichtig, um dann im Homeschooling offen und positiv wieder mitmachen zu können und nicht frustriert daneben zu sitzen.

4. Ihr seid keine Lehrer

Für manche ist das jetzt der Moment, in dem sie erkennen, was ihre Kinder alles nicht können. Oder aber sie meinen, jetzt ist der Moment, in dem sie dem Lehrer (den sie eh nicht Leiden können) mal zeigen können, wie unterrichten geht. STOP! Es ist nicht der Moment in dem ihr Lehrer oder Nachhilfe spielt. Ihr seid die Mama oder der Papa und ihr unterstützt eure Kinder. Ihr helft, wenn die Kinder nicht weiterkommen. Ihr beantwortet Fragen, wenn welche sind. Ihr seid einfach da. Als Motivation und Stütze in der schwierigen Lage.

5. Hofft nicht täglich auf Neuigkeiten

Die derzeitige Lage ist mehr wie misslich. Viele Einschränkungen bestimmen unseren Alltag und die Hoffnung auf Besserung ist immer anwesend. Und so gut ich das nachvollziehen kann, so sehr schadet sie euch. Warum? Weil ihr mit eurer Aufmerksamkeit in der Zukunft seid. Ihr mit der Ist-Situation so sehr hadert, dass ihr die guten Seiten nicht wahrnehmt (und die gibt es trotzdem) und ihr die Präsenz im Heute verliert. Dadurch seid ihr gereizt, unaufmerksam und schlecht drauf. Und ganz ehrlich, eure Kinder können nichts für die aktuellen Umstände. Sie haben sich das nicht ausgesucht, um euch zu ärgern. Sie sind genauso unzufrieden wie ihr, weil sie ihre Freunde nicht sehen, auf die Großeltern zu Ostern verzichten müssen und nicht zum Fußballtraining gehen können. Deshalb verlagert eure Aufmerksamkeit ins Jetzt. Befasst euch mit den Fakten, nicht mit Spekulation. Erfreut euch an dem, was gut läuft.

6. Sorgt für eure Freizeit

Was Mamas sehr gut können, sich um alle sorgen und für die Familie zu organisieren. Speziell für die Kinder wissen wir genau, wann sie eine Pause brauchen und was ihnen guttun würde. Sei es Bewegung oder Schlaf. Was Mamas nicht so gut können, genau das für sich zu erkennen. Und dabei ist es jetzt noch wichtiger, als es eh schon war.

Deshalb, organisiert euch Pausen. Wenn die Kinder Lesen und TV schauen, dann bitte nicht den Haushalt machen, sondern auch Pause. (Ganz ehrlich: Haushalt bleibt immer. Der geht nicht weg.) Wie auch immer das aussieht für euch. Löcher in die Luft starren, Kaffee trinken oder Power Nap – macht es, damit ihr fit seid.

7. Selbstoptimierung – nicht jetzt

Auch wenn es derzeit fast überall zu lesen ist und wir ja auch mehr Zeit haben als sonst – es ist keine Zeit für Selbstoptimierung. Damit meine ich, jetzt brauchst du dir nicht noch zusätzlich Druck machen, in dem du ein Fernkurs absolvierst, Yoga lernst und Häkeln und dann noch eine Fremdsprache. Im Moment ist so viel Chaos im Außen, dass Ruhe und Stabilität im Innen noch wichtiger geworden ist. Das erfährst du aber nicht, wenn du dir mehr Aufgaben vornimmst, als dein Tag Stunden hat. Und deine Präsenz im Jetzt ist so viel wichtiger als irgendwelche neuen Skills für die Zukunft.

8. Bewegung

Unser Kopf und unsere Gedanken sind täglich in aktiv und sie können uns wahrlich in den Wahnsinn treiben. Bewegung hilft, genau dem entgegenzuwirken. Warum? Durch Bewegung lockern wir unseren Körper. Wir lösen Verspannung im Rücken und den Knoten in der Magengegend. Zudem hilft Bewegung dem Kopf, denn unser Gehirn schüttet sich förmlich mit aus. Gedankenverknotungen werden gelöst. Wenn wir Tanzen oder Laufen, dann ist das ein mediationsähnlicher Zustand. Wir können alles loslassen, was uns nicht förderlich ist. Deshalb, bewegt euch. Täglich.

9. Dankbarkeit

Ja, wir haben eine Krise. Und ja, nicht alles ist optimal. Und ja, es gibt Menschen die gerade alles verlieren. Es gibt Menschen, die sich von Angehörigen verabschieden müssen, weil diese verstorben sind. Und doch gibt es gleichzeitig Dinge, für die wir dankbar sein können.

Warum? Weil eine Medaille immer zwei Seiten hat.

Das Prinzip der Dankbarkeit führt dazu, dass wir an innerer Ruhe und Stärke gewinnen. Wenn wir anerkennen was wir haben, dann sind wir entspannter mit den Dingen, die wir nicht haben und das ist gerade in Krisen so wichtig.

10. Am Ende wird immer alles gut!

Und wenn ihr bis hierher gelesen habt und euch denkt, was redet sie da. Wenn ihr noch immer zweifelt, am Homeschooling und an eine Verbesserung der Situation, dann schenk ich euch mein Vertrauen, denn ich bin voll davon. Voll von: Am Ende wird alles gut! Immer! Egal wie lange es bis dahin dauert. Und ich geb euch ein Stück davon ab, wenn es bei euch gerade eng auf diesem Gebiet aussieht.

 

In diesem Sinne,

Eure Jana

2 Gedanken zu “Überleben mit Homeschooling – 10 Ideen

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