Von Krieg und Frieden

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Ich bin vom System überzeugt.

Nicht vom Politischen, sondern von dem familiären.

Ich bin davon überzeugt, dass Glaubenssätze, Entscheidungen und das Handeln danach, abhängig von dem jeweiligen Familiensystem ist, in dem wir aufgewachsen sind und leben.

Ich glaube, dass alte Geschichten von früher uns heute noch beeinflussen.

Ich mein, Deutschland ist ein Land des Krieges. Traumatisiert von der Geschichte. Noch heute entschuldigen sich Frauen für das, was vor langer Zeit passiert ist. Sei es der 1. Weltkrieg, der 2., die Teilung Deutschlands und das wieder Zusammenführen.

Statt dies alles aufzuarbeiten, fühlen wir uns schuldig. Für das, was geschehen ist.

Für die Opfer die es gab und handeln in Friedenszeit nach dem Schema des Krieges – ohne es zu merken und das, wo es doch soweit vor unserer Zeit war.

Woran das erkennbar ist?

Im Krieg gab es wenig Nahrung. Alles wurde gehortet und sparsam verbraucht. Viele Frauen von heute haben ihre Vorratskammer gut gefüllt, weil sicher ist sicher.

In den Nachkriegsjahren blieben viele Frauen daheim und kümmerte sich um Haushalt und Kinder. Noch heute glauben Frauen, dass sie dieser Rolle entsprechen müssen, obwohl es eine ganz andere Zeit ist.

Zu diesen allgemeinen Erlebnissen kommen dann noch die familiären. Die Oma hat die Bäckerei aufgebaut. Mit viel Arbeit und Einsatz. Wie kann es dann sein, dass die Enkelin lieber halbtags im Büro arbeiten geht und sich um die Kinder kümmert?

Die Großeltern lebten immer sparsam und haben sich kaum etwas gegönnt. Wie kann es dann sein, dass die nachfolgende Generation genau das Gegenteil liebt und lebt?

Jede von uns hat solche Geschichten in der Familie. Man geht davon aus, dass diese alten Strukturen bis in der 7. Generation zurückverfolgt werden können. So tief sind wir alle miteinander verbunden.

Ist das jetzt gut oder schlecht?

Weder noch.

Es ist einfach so.

Das anzuerkennen und seine eigenen Muster und Beschränkungen damit bewusst zu machen, hilft ungemein die eigene Mamarolle positiv zu besetzen und sein Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Leider passiert es eben oft, dass wir uns diese Verstrickungen gar nicht bewusst sind.

Daraus erfolgen Handlungen und Entscheidungen, die wir eigentlich nicht wollen, dann aber doch tun, weil es eben so ist. Oder schon immer so gemacht wurde. Oder wir eben nicht aus der Reihe tanzen wollen.

Ein Blick in die Familiengeschichte löst vielleicht nicht alle Themen, doch es hilft, zu verstehen und den Blick im Jetzt weicher werden zu lassen, weil wir erkennen, wo wir herkommen.

Alles Liebe,

Jana

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