Faltenfrei

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Letztens sah ich, dass mich eine Bekannte für ihre Momente gesperrt hatte. Diese kleinen Ausschnitte des Lebens, die neben dem Telefonbild online gestellt werden können. Das bemerkte ich daran, weil im Gespräch mit einer Freundin sie mir von Bildern erzählte, die ich nicht kannte.

Noch vor ein paar Jahren hätte mich dieser Art der Ignoranz dazu gebracht, dass ich den Grund des Ausschlusses bei mir suche. Ich hätte überlegt, ob ich zu einem früheren Zeitpunkt etwas Falsches gesagt hätte. Ob ich vielleicht etwas blödes gemacht hätte oder ob ich mich nicht gründlich genug um diese Bekanntschaft gekümmert hätte.

Diesen Weg kann Frau natürlich gehen. Reine Selbstzweifel gepaart mit Schuldvorwürfen der eigenen Person gegenüber.

Nun bin ich glücklicherweise etwas reifer und sage, dass diese Art nicht königlich ist und schon gar nicht förderlich für die eigene Gesundheit.

Natürlich fühlt sich das nicht schön an, wenn man ausgeschlossen wird. Doch dieser Ausschluss zeigt, dass meine Bekannte ein Thema mit mir hat und nicht ich mit ihr. Es ist auch gar nicht meine Angelegenheit, mir darüber Gedanken zu machen. Schließlich entscheidet sie, mit wem sie Ausschnitte aus ihrem Leben teilt und mit wem nicht. Es steht mir gar nicht zu, dass zu bewerten.

Einzig wie ich mich dabei fühle, kann ich wahrnehmen. Und darauf kann ich reagieren. Ich kann bei ihr nachfragen, warum sie es getan hat. Vielleicht liegt da ein technischer Defekt vor, von dem sei gar nichts weiß. Oder sie sagt konkret, warum es so ist.

Ich habe mich entscheiden, es einfach so zu lassen wie es ist und ihr bei Begegnungen freundlich gegenüber zu treten.

Warum? Weil beleidigt sein Falten macht.

Alles Liebe,

Jana

3 Gedanken zu “Faltenfrei

  1. Kim schreibt:

    Ich verstehe das, aber letztlich korreliert dieser Beitrag mit einigen deiner anderen Beiträge. Du hast kein Thema mit ihr, ja, aber trotz allem hat dieser Ausschluss in dir ein Gefühl ausgelöst. Was ist dann mit dem Ansatz, seine Gefühle auch zu zeigen, damit der andere diese auch wahrnehmen kann? Und dass man seinen Emotionen nicht entkommen kann, wenn man diese nicht lebt? Hast du dir in dem Moment nicht den berühmten teppich genommen? Ich weiß ja nicht, was dieser Blog bewirken soll, aber ich sehe da einen Widerspruch.
    LG Kim

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    • Jana Ludolf schreibt:

      Hallo Kim. Danke für deinen Besuch bei mir und deine Rückmeldung.
      Zu deinen Fragen.
      Bei diesem Artikel geht es um Klarheit oder Drama. Ja, ich fühle meine Gefühle und fertig. Danach kann ich immer noch entscheiden, ob ich mich darin verliere, sie kommuniziere oder einfach nur fühle. Der berühmte Teppich kommt dann zum Einsatz, wenn ich meine Gefühle ignoriere. Was ja hier nicht der Fall ist. Zudem kann ich nachfragen, warum sie so gehandelt hat. Doch am Ende geht es mich eigentlich nichts an, weil es ihre Sache ist und sie sich mir gar nicht erklären muss. Seinen Emotionen entkommen wir dann nicht, wenn wir im Moment ihres Daseins nicht fühlen wollen. Was in diesem Beitrag nicht Thema war.
      Zum anderen: warum dieser Blog? Ich teile meine Erfahrungen in Bezug auf RollenKlischees und Gefühle und Kommunikation und Bedürfnisse und Sein und Ausbrechen und Entscheidungen treffen, weil es noch so viele Frauen gibt, die genau davor Angst haben und dann lieber nichts tun. Doch lesen diese Frauen andere Geschichten, kann ihnen das Mut machen, Entspannung schenken, neue Ideen entwickeln oder gar Inspiration sein. Alleine dafür schreibe ich und reiche meine Hand.
      Ich schick dir sonnige Grüße,
      Jana.

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      • Kim schreibt:

        Danke dir für deine Antwort 🙃 den Teppich hatte ich als Metapher zu dem Schweigen verstanden. Also dass man eben nicht darüber spricht wie man fühlt, um Konflikte zu vermeiden. Genau wie eben in diesem Beitrag. Ich fand das sehr schlüssig, wie du an anderer Stelle beschrieben hast, wie Gefühlen die nun mal eben da sind und die man aber nicht äußert, an anderer Stelle wieder zu Tage kommen. Das fand ich echt nachvollziehbar. In dem Fall dann aber inkonsequent. Natürlich geht es dich etwas an, wenn sie dich ausschließt. Schließlich hat es genauso etwas mit dir in dem Moment zu tun, wie wenn Kollegen dich in etwas nicht einbeziehen, oder wenn der Partner einen ausschließt etc. Man hat vllt im Fall deiner Bekannten nicht das Recht auf Änderung oder auf Erklärung aber das Argument „geht mich nichts an“ finde ich seltsam, sobald man involviert ist. Wenn man sie angesprochen hätte, dann ja nicht primär, mit dem Wunsch nach sofortiger
        Änderung, sondern um seine Gefühle zu teilen. Ich glaube, dein Beitrag hier bedeutet eher: Ist mir nicht wichtig genug.

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