Aktives Zuhören, geht auch passiv?

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oder Wie du das richtige Zuhören perfekt einsetzt

Zuhören ist laut Duden ein Verb und beschreibt eine akustische Wahrnehmung.

Eine Wahrnehmung die wir in der Kommunikation benutzen, um:

  • in Gesprächen mitreden zu können
  • den Ausführungen des Seminarleiters folgen zu können
  • im Gespräch mit dem Partner / Kind dessen Bedürfnisse zu erkennen
  • zu erfahren, ob unsere Bedürfnisse erfüllt werden können
  • um Informationen zu bekommen    etc.

In der Kommunikation spielt das Zuhören eine grosse und wichtige Rolle. So manche Beziehungen sind daran gescheitert. Der eine sagt was und der andere hört zu, aber irgendwie dann doch nicht. Missverständnisse entstehen. Ein Konflikt ist vorprogrammiert. Streit. Die Kommunikation ist für die nächsten drei Tage auf Eis gelegt.

Die Frage die dann im Raum steht ist:

Gibt es denn ein richtiges und falsches Zuhören? Ich sage: Ja.

Allerdings nenne ich das: Aktives und Passives Zuhören. Beide Formen nutzen wir täglich.

Je nachdem wie wir Kommunikation gelernt haben und ausüben, nutzen wir das eine mehr wie das andere.


Was macht den Unterschied?

Im Alltag führen wir  viele verschiedene Gespräche. Kurze, lange, intensive, ruhige, lebendige, laute und leise. Jedes Gespräch ist anders und hat ein anderes Gegenüber.

Beispiel:

Morgens reden wir schnell mit unserem Partner darüber, wer wann die Kinder abholt und wer was einkaufen geht.

Im Büro quatschen wir kurz mit unserer Kollegin über ihr gestriges Date, um anschließend in die Morgenrunde beim Chef sitzen.

Am Nachmittag kommt der Nachbar mit der Information, dass die Mülltonnen schon wieder falsch gefüllt wurden.

Und während du das Abendbrot zubereitest, klingelt das Telefon und deine Mutter will dir jetzt erzählen wie ihr Arztbesuch heute verlaufen ist.

Ebenso sind wir nicht in jedem Gespräch die gleiche Person.

Beispiel:

Am Morgen waren wir ausgeruht und hellwach. Unserer Konzentration war bei 100%. Wir sind Mama/Papa.

Im Büro waren wir vielleicht mit den Gedanken schon bei der Morgenrunde, obwohl wir neugierig auf das Gespräch mit unserer Kollegin waren. Wir sind Kollege/in.

Am Nachmittag sind wir geschafft und müde. Wir würden uns gerne ausruhen, haben aber den Alltagsplan bis zum Abendbrot im Kopf. Das kommt der Nachbar genau richtig. 😉 Wir sind Herr/ Frau Nachbar/in.

Am Abend sind unserer Akkus leer. Wir wollen Entspannen, unsere Füsse hochlegen. Vielleicht sind wir auch sauer auf den Nachbarn und die Mülltonnen oder enttäuscht, weil niemand im Haushalt geholfen hat. Der Anruf von der Mutter und ihrem Leid nimmt uns dann vielleicht die letzten Energien. Wir sind Tochter/Sohn.

An einem Tag besuchen wir so viele verschiedene Rollen von uns, da ist es fatal zu sagen: Wir sind immer die gleiche Person. Hinzu kommt das wir unterschiedliche Energiestufen haben, unserer Konzentration zum Abend hin abnimmt und unsere Gefühle sich innerhalb von Minuten ändern können.

Diese unterschiedlichen Eigenschaften treffen nun aufeinander und versuchen sich in guter Kommunikation.

Je nach Tagesform und Stresspegel (siehe Beispiel) gelingt uns das mal besser und mal weniger besser.

Diese Situationen spiegeln ein lebendiges Zusammenleben wieder. So positiv die Kommunikation verlaufen kann, so negativ wird es dann meistens. Wir sind in bester Absicht und dann hören wir eben doch nicht richtig zu oder brechen das Gespräch abrupt ab, ohne zu wissen um was es eigentlich ging.

In diesem Moment leben wir eine passive Kommunikation. Das so geschätzt Zuhören können wir nicht ausführen, weil wir abgelenkt sind.

Sei es in Gedanken – Habe ich alle Informationen für die Morgenrunde?

Sei es mit Taten – Wir bereiten das Abendbrot zu!

Sei es im Gefühl – Wir sind müde und kaputt und wollen uns einfach ausruhen.


Und was bedeutet nun Aktives Zuhören?

Der Begriff Aktives Zuhören kommt aus der Gesprächsführung. Er bedeutet sich ganz und gar auf den Gesprächspartner einzustellen. Seine eigene Meinung, Ideen und Widersprüche zurückzustellen. Bei Unklarheiten nachzufragen um sicherzustellen ob das Gesagte auch richtig verstanden wurde. Hierbei geht es darum den anderen ausreden zu lassen, ihn nicht ständig zu unterbrechen und zu verbessern.

Durch Blickkontakt und Nicken signalisieren wir unserem Gegenüber das wir Verständnis und Interesse an dem Gespräch haben.

Wir sind aktiv beim Zuhören und alle anderen Belange stellen wir hinten an. Wir kümmern uns nur um das Zuhören und damit haben wir genug zu tun.

Mit der Anwendung dieser kleinen Techniken gestalten wir einen positiven Rahmen für jede Art von Gesprächen. Egal ob im Umgang mit Kritik oder bei hitzigen Diskussionen. Egal ob es sich um ein kurzes Gespräch mit dem Partner handelt oder ein längeres mit dem Chef. Diese Methode wirkt deeskalierend und führt zu einer Verbesserung der Kommunikation.

Beispiel:

Die Umsetzung im Alltag kann dann so aussehen, dass wir der Kollegin kurz zuhören und unser Freude ausdrücken. Sie dann aber Bitten das Gespräch auf später zu legen, weil wir eben diese Morgenrunde noch vorbereiten müssen.

Dem Nachbar hören wir zu und teilen ihm dann mit, dass sie sich Gedanken zum Thema Mülltrennung machen werden. Sobald sie eine Lösung haben, würden sie sich bei ihm melden.

Im Telefonat mit der Mutter dürfen wir ganz klar benennen, dass es sich gerade um einen ungünstigen Zeitpunkt handelt. Damit wir ein gutes Gespräch haben, legen wir zusammen einen neuen Termin fest.

Jeder von uns möchte mit seinen Wünschen und Bitten und Problemen gesehen und gehört werden. Das ist natürlich und zeichnet uns als Menschen aus. Ein lebendiges Miteinander lebt von Kommunikation und  Austausch. Von gesehen werden und sich zeigen. Von hitzigen Diskussion und romantischen Liebesschwüren.

Wären wir bei allem nur passiv dabei, wir würden eine Menge verpassen.


Fazit:

  • es gibt aktives und passives Zuhören
  • beim aktiven Zuhören sind wir ganz und gar bei unserem Gesprächspartner
  • beim aktiven Zuhören stellen wir unsere Meinung, Ideen und Widersprüche hinten an
  • beim aktiven Zuhören signalisieren wir durch Blickkontakt und Nicken Interesse an diesem Gespräch
  • beim aktiven Zuhören haben wir  eine Chance die Bedürfnisse, Wünsche und Meinungen unseres Gegenübers zu erfahren und wahrzunehmen
  • mit aktiven Zuhören erhöhen wir die Chance auf eine Verbesserung der Kommunikation

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Mit sonnigen Grüßen

Jana

Bildquelle: www.pixabay.com

2 Gedanken zu “Aktives Zuhören, geht auch passiv?

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