Wie weit ist genug

abstand - bild

oder welche Distanzen gibt es in der Kommunikation und welche ist die Richtige

Jeder von uns verbindet mit Kommunikation etwas anderes.

Der Eine verbindet damit Austausch von Gedanken und Gefühlen.

Der Andere verbindet damit Gemeinschaft.

Der Nächste verbindet damit Nähe.

Auch ich verbinde mit Kommunikation Nähe, schließlich lasse ich mein Gegenüber an meinen Wünschen und Träume und Gedanken teilhaben. Meistens haben diese Gespräche eine angenehme Atmosphäre, sei es draußen im Garten bei einer lauen Sommernacht oder drin im Wohnzimmer, auf der Couch – schön eingekuschelt, weil es draußen kalt ist.

Nähe – ein schönes Wort, so zart und so intim, wie ich finde.

Nähe in einem Gespräch bedeutet Vertrautheit.

Gleichzeitig bedeutet Nähe in der Kommunikation auch noch der Abstand den wir zu unserem Kommunikationspartner haben. In welcher Entfernung wir zu ihm sitzen oder stehen. Ob uns das angenehm ist oder eher unangenehm.

Dieser Aspekt wird in vielen Gesprächen wenig beachtet.


Die falsche Entfernung kann ein ganzes Gespräch zunichtemachen

Warum?

Der selbstgewählte Abstand sagt viel darüber aus, wie die Gesprächspartner zueinander stehen.

Der Abstand zwischen zwei Gesprächspartnern ist ein Indikator für:

  • Wo steh ich? und Wo stehst du?
  • Persönlichkeitsachtende oder Persönlichkeitsverachtende Eigenschaften
  • Qualität des Gesprächs

Die Nähe oder auch der Abstand ist ein Faktor, der die Kommunikation beeinflusst und deshalb immer beachtet werden sollte.


Welche Distanzen gibt es?

  1. die Öffentliche Distanz

Dieser Abstand beläuft sich (schätzungsweise) auf 3,50m bis Hörweite (je nach Leistung deines Gehörs). Wer auf diese Distanz miteinander redet, ist entweder wenig wertschätzend mit seinem Gegenüber oder in Eile. Jegliche Vertrautheit und Intimität gibt es auf dieser Entfernung nicht, da meistens Zeugen beim Gespräch anwesend sind und die Privatsphäre nicht gewährleistet wird.

Beispiel:

Ich sehe auf der gegenüberliegenden Straßenseite meine Arbeitskollegin. Da sie krank ist, rufe ich ihr eine lautes „Hallo“ rüber und winke ganz aufgeregt. Sie freut sich und winkt mir zurück.

Zwei Reaktionsmöglichkeiten gibt es nun:

  1. Ich könnte sie jetzt – genau von der anderen Strassenseite –  fragen, wie es ihrer Gesundheit geht und ob sie bald wieder auf Arbeit erscheint. Schließlich macht sich die Arbeit nicht von alleine und sie kann ja auch nicht für immer ausfallen.
  2. Ich freue mich sie zu sehen und wechsle die Strassenseite zu ihr rüber. Wenn wir dann in trauter Nähe beisammen stehen, frage ich nach ihrem Gesundheitszustand.

Jedes Gespräch was in der Öffentlichkeit über eine grosse Distanz geführt wird, sorgt für aufsehen. Die Frage ist, ob das immer so gewollt ist und sich die Gesprächspartner damit wohlfühlen.

2.  die soziale Distanz 

Dieser Abstand beläuft sich auf 1,50 – 3,50 m. Eine klassische Distanz für Verkaufsgespräche, Bewerbungsgespräche oder Lehrer – Schüler Gespräche. Ebenso bei Kollegen oder Menschen die wir gerade erst kennengelernt haben, wählen wir automatisch diesen Abstand.

Er gibt uns Sicherheit und damit Offenheit für das anstehende Gespräch.

3. die persönliche Distanz

Zwischen 0.50 – 1,50 m liegt hier der Abstand. Menschen die wir mögen, Kollegen die wir gut leiden können oder Personen mit denen wir uns gleich verbunden fühlen, obwohl wir sie erst kurz kennen, dürfen so nah an uns ran.

4. die intime Distanz

Diese Distanz geniessen bei uns Familie, Freunde und Vertraute, weil sie ganz nah ist. Hierbei spricht man von einer Entfernung unter 50 cm. Hier lassen wir nicht jeden rein, auch wenn das manche denken.


Für welches Gespräch gilt jetzt welche Distanz?

Nicht für jedes Gespräch eignet sich jede Distanz.

Wenn du ein Gespräch mit deinem Chef führen willst, zum Thema Gehaltserhöhung, bietet sich nicht gerade die Öffentlichkeitsdistanz an.

Ebenso wäre ein Gespräch mit deinem Automechaniker eher in einer sozialen Distanz oder persönlichen Distanz (je nach dem wie oft du in der Werkstatt bist) zu führen, als in der Intimen Distanz.

Zumeist wählen wir automatisch die richtige Distanz die wir brauchen, um eine gutes Gespräch zu führen. Das liegt daran, das in uns alte Muster vom Überleben wohnen. Auch wenn wir die nicht mehr wirklich brauchen, checken wir trotzdem ob Gefahr lauert oder nicht.

Zu Urzeiten war es wichtig schnell zu entscheiden, ob mein Gegenüber Feind oder Freund ist. Es war überlebenswichtig, um rechtzeitig auf Gefahren oder potenzielle Angreifer reagieren zu können.

Wenn uns unser Gegenüber eben wenig sympathisch ist, wählen wir automatisch einen höheren Abstand. Wir wollen die Gefahr bannen und notfalls fliehen können.

Ganz nach dem Motto: Kampf oder Flucht. Anders ausgedrückt: Gespräch oder Gehen.


Was ist, wenn mein Gegenüber nichts von Distanz weiß?

Nun kennst du die Distanzen und bist gewillt diese auch einzuhalten, schon allein aus Respekt vor dem Anderen.

Was tun wenn dein Gegenüber das nicht weiß? Oder schlimmer noch, bewusst überschreitet?

Ganz klar: Hier gilt es STOP zu rufen. Laut, klar und bestimmend. 

Niemand darf ungefragt deine Grenzen überschreiten, auch nicht in einem Gespräch.

  • Da darf der Chef dir einfach nicht zu nahe kommen, nur weil er meint das wäre persönlicher.
  • Da darf der Kollege über drei Strassen nicht nach persönlichen Dingen fragen, nur weil er es eilig hat.
  • Da darf der Lehrer beim Schüler nicht ungefragt in die persönliche Distanz hinein, nur weil er meint er verstehe ihn dann besser.

Fazit

  • Es sind deine Grenzen und die gilt es zu schützen. Ebenso sind die Grenzen der Anderen zu achten.
  • Für jedes Gespräch gibt es den passenden Abstand. Es ist genau der Abstand, bei dem du dich und dein Gegenüber wohl fühlst.
  • Sind diese Grenzen überschritten, wird es schwierig ein offenes und vertrauen volles Gespräch zu führen. Zu sehr fühlst du dich bedrängt und in Gefahr, als dass du konzentriert dem Thema folgen kannst.
  • Werden deine Grenzen überschritten, sage: STOP. Benenne klar und bestimmend das dein Gegenüber nicht die richtige Distanz hat. Sorge für einen dir angenehmen Abstand um das Gespräch fortzuführen oder beende es.

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Mit sonnigen Grüßen

Jana

Bildquelle: www.pixabay.com

2 Gedanken zu “Wie weit ist genug

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