Große Kommunikation 

Ich

Ich, in den Anfängen meines Mamasein

Meine größte Herausforderung als Mutter?! Eine spannende Frage, die sich mir beim Lesen der Blogparade von Daniela Strube von www.keep-cool-mama.de stellte. Das Thema: Mütter und ihre grösste Herausforderung

Was soll ich sagen, ich hatte mehr wie eine Herausforderung. Angefangen damit, dass ich nach der Geburt meines ersten Kindes ein anderen Schlaf Rhythmus lebte, als ich benötigte. Meine gute Laune war an manchen Tagen eingeschränkt vorhanden. Eine weitere Herausforderung war, dass ständige entscheiden für einen anderen Menschen. Was isst mein Kind, was ziehe ich meinem Kind an, was braucht mein Kind jetzt und was eben nicht. Das ich als Mutter der Entscheider bin, dass war mir im Vorfeld bekannt. Leider drang das nicht in mein Bewusstsein durch und war dann in voller Härte auf einmal präsent. Je älter meine Kinder werden, die Herausforderungen werden nicht weniger. Immer wenn ich denke, ich habe den Dreh raus, die Herausforderung gemeistert – Zack, da wartet die nächste Herausforderung hinter der nächsten Tür oder Ecke.

Wir wachsen an unseren Herausforderung, heißt es. Na, wie groß soll ich eigentlich noch werden? Ich könnte hier, an diesem Punkt, über alle Herausforderungen berichten. Über die Großen und Kleine. Die Spontanen und die, die länger bleiben. Es gibt so viele als Mutter. Ich habe mich allerdings für eine Herausforderung entschieden.

Eine, der ich täglich begegne.

Eine, die mich immer wieder auf mich zurück wirft.

Eine, die auch andere Mütter haben.

Eine, die mir am wichtigsten ist. Am wichtigsten in dem Sinne, sie zu meistern. Nicht zu bezwingen, sondern an ihr zu wachsen. Mit meinem Kind zu lernen und Werte entstehen zu lassen. Die Kommunikation!


Kommunikation davor, Kommunikation danach

Es gibt ein Leben vor meinen Kindern und eines danach. Das klingt zwar, als hätte ich eine gestörte Persönlichkeit, allerdings entspricht diese Aussage der Wahrheit – meiner Wahrheit. Bevor ich Kinder hatte, habe ich über einige Dinge wenig nachgedacht. Ich habe geschlafen, wenn ich müde war. Ich habe gegessen, wenn ich Hunger hatte. Wenn ich meine Ruhe wollte, dann habe ich mir zurückgezogen. Wenn ich Lust auf Leute hatte, dann bin ich ausgegangen. Ich habe gelesen, war im Kino oder habe den ganzen Tag sinnloses Zeug im Fernsehen geschaut.

Seit der Geburt meines großen Kindes hat sich diese Leben um 180 Grad gedreht. Es gibt Struktur in meinem Alltag, feste Essens- und Schlafzeiten. Ruhephasen sind selten und sehr kostbar. Zum Feiern fehlt mir grundsätzlich die Kraft.

Die allergrößte Herausforderung liegt für mich in der Kommunikation. Warum?

In der Zeit vor meinen Kindern, habe ich mir wenig Gedanken darum gemacht, was meine Worte bei Anderen anrichten können. Ich habe geredet, auch wenn der Andere gerade vielleicht nicht zuhören wollte. Ich war ironisch und sarkastische, ohne Rücksicht wie dies bei meinem Gegenüber ankommt. Konflikte fand ich blöd, also bin ich ihnen aus dem Weg gegangen.

Kommunikationsregeln waren mir unbekannt.

Seitdem ich Kinder habe, gehe ich mit meiner Kommunikation bewusster um. Sehr bewusst. Es ist ein Prozess und dieser hält an. Meine Kinder zeigen mir, wie sie meine Worte motivieren können oder eben nicht. Meine Kinder lassen es mich spüren, wenn sie sich unverstanden fühlen. Meine Kinder spiegeln mir meinen Umgang mit Konflikten wieder. So wie ich mit ihnen rede, so reden sie mit mir. Schließlich bin ich ihr Lehrer. Die Mama, die eben weiß wie es geht. Oder?

Kinder lernen von ihren Eltern, dann von ihrer Umwelt, von Freunden und Lehrern.

Und wer ein Pubertär daheim hat, der weiß, wie schnell ein Wort falsch verstanden werden kann. Wie schnell der Jugendliche beleidigt in sein Zimmer verschwindet und mit lauter Musik seinen Unmut kundtut.

Wenn Fragen am Ende offen bleiben, weil das Elternteil gerade keine Zeit hat, dann gibt das Anlass für schlechte Laune. Am Ende für alle Beteiligten.


Herausforderung Kommunikation

1. Ratschläge sind auch Schläge

Oh man, was habe ich früher gerne Ratschläge gegeben. Gefragt oder ungefragt – egal. Hauptsache ich konnte irgendwas schlaues von mir geben. Egal ob ich die Situation erlebt hatte oder nur vom Hörensagen kannte. Ich war zur Stelle.

Bei meinen Kindern kommen ungefragte Ratschläge ungefähr so gut an, wie Glühwein ohne Wein. Gar nicht. Ich bleibe auf ihnen sitzen und meistens auch alleine. Mein Kind verlässt maulend den Raum, mit dem Hinweis, dass es nicht nach einem Ratschlag gefragt hat. Und Recht hat es.

Wenn ich eine Idee habe die meinem Kinde helfen könnte. Oder eine Erfahrung, die ich gemacht habe und mein Kind nicht, dann frage ich, ob ich dies mitteilen kann. Das ist dann eine wertschätzende Kommunikation.

2. Aktives Zuhören ist nicht anstrengend

Multitaskingfähig – das war ich früher. Telefonieren, essen, simsen – alles gleichzeitig. Mit jemanden reden und nebenbei die neusten Musikvideos schauen – kein Problem. Das ich dabei nur die Hälfte vom Gesagten mitbekommen habe, dass war mir nicht bewusst. Wie auch? War ich doch mit anderen Dingen abgelenkt.

Wenn ich mit meinen Kindern rede und nebenbei andere Tätigkeiten ausübe, muss ich doch mal öfters nachfragen. Weil ich die Zusammenhänge nicht nachvollziehen kann oder das letzte Wort unverstanden bleibt. Zudem bleibt die Frage: Ist das ein wertschätzender Umgang?

Sich bewusst Zeit nehmen und aktiv zuhören, dass fördert eine störungsfreie Kommunikation.

3. Das Bedürfnis erkennen und wertschätzen 

Als mein Sohn 3 Jahre jung war und weinte, da war es ein einziges rumraten, was er denn nun gerade braucht.

Mittlerweile kann er ganz klar äußern was ihm fehlt. An manchen Tagen gestehe ich ihm diese Reife zu. An anderen Tagen (gerade unter Zeitdruck) glaube ich es einfach besser zu wissen. Und was kommt dabei raus, wenn Mama meint, das Bedürfnis zu kennen, bevor der Bub es wahrnehmen kann? Nix Gutes, sag ich euch. Ellenlange Diskussionen sind da noch die harmlosen Dinge.


Das Wort zum Schluss

Wenn ich erlebe, wie mein Großer als Streitschlichter in der Schule unterwegs ist und anderen Kindern damit hilft. Wenn ich höre, wie meine Kleine ganz klar ihre Wünsche und Bedürfnisse benennen kann ohne rumzueiern. Wenn ich höre, dass meine Kinder ihre Streits austragen und nicht unter den Teppich kehren. Wenn ich das alles erlebe und wahrnehme, dann bin ich ganz schön stolz auf uns.

Darauf, dass wir uns der Herausforderung Kommunikation stellen. Darauf, dass wir sie meistern. Drauf, dass wir alle voneinander lernen.

 

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

9 Gedanken zu “Große Kommunikation 

  1. Annett schreibt:

    Liebe Jana,
    du hast soooooo Recht mit deinem Beitrag. Ich habe selbst 3 Kinder im Alter von 5, (fast) 4 und 1 Jahr. Da gibt es täglich unzählige Diskussionen, Aufforderungen (die erst beim dritten Mal gehört werden) und Widerworte. Aber auch ganz liebe Worte kurz vorm Schlafen gehen wie z.B. „Du bist die allerliebste Mama auf der Welt.“.
    Damit das auch so bleibt, habe ich mir dieses Jahr vorgenommen meinen Kindern ganz bewusst zuzuhören. Neben Radiogedudel und Abwasch machen sich eben genau diesen Moment Zeit zu nehmen in dem mein Kind mir etwas erzählen möchte. Denn sonst ist der Moment vorbei und vielleicht kommt mein Kind in Zukunft daher weniger auf mich zu. Mein Ziel: Wirklich bewusst zuhören, im Jetzt leben und viel Gelassenheit an den Tag legen im Alltag mit meinen Kindern und allen anderen Menschen.
    Ob es klappt? Ich weiß es nicht. Es ist auf jeden Fall nicht einfach. Aber ich bleibe dran.

    Schöne Grüße, Annett

    Gefällt 1 Person

    • janaludolf schreibt:

      Liebe Annett,
      vielen Dank für deine Worte. Zu lesen, dass du dir für dieses Jahr vorgenommen hast, Kommunikation bewusst zu leben – das finde ich grandios. An manchen Tagen wird das sicherlich einfacher wie an den andern Tagen. Allerdings wird das Positive auf lange Sicht überwiegen. Und wenn du da mal Unterstützung brauchst, dann kannst du dich jeder Zeit an mich wenden.

      Mit sonnigen Grüßen
      Jana

      Gefällt mir

  2. Meike schreibt:

    Liebe Jana, toller Artikel. Da schließe ich mich meinen Vorrednerinnen an, treffend geschrieben. Ich glaube mir Mütter keine alle so ähnliche Situationen, wie Du sie beschreibst. Hat Spaß gemacht zu lesen, und stolz könnt Ihr zu Recht auf Euch sein!
    Gute Nacht,
    Meike

    Gefällt 1 Person

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