Bedürfnisse dürfen sein

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oder Wie Bedürfnisse in deiner Kommunikation wirken

Wenn ich über Bedürfnisse nachdenke, besuchen mich gleichzeitig folgende Fragen:

  • Was ist ein Bedürfnis?
  • Wo kommen sie her?
  • Was machen sie mit uns?
  • Treiben sie uns an oder blockieren sie uns?
  • Ist es wichtig sie zu kennen? Nur die eigenen oder auch die der anderen?
  • Und: Kann ich meine Bedürfnisse immer und überall klar äußern? Und wenn ja, wie funktioniert das?

Puh, ganz schön viele Fragen und nun der Reihe nach.


Was ist ein Bedürfnis?

Ein Bedürfnis ist etwas Grundlegendes. Es ist ein Verlangen einen empfundenen Mangel zu befriedigen bzw. ein tatsächlichen Mangel Abhilfe zu schaffen. Vielleicht ist dir die Bedürfnispyramide nach Maslow bekannt. Sie zeigt auf, welche Bedürfnisse wir alle haben. Zum einen haben wir Grundbedürfnisse. Diese sind für unser Überleben wichtig, da es sich hier zum Beispiel um Essen, Schlafen und Trinken handelt.

Weitere Bedürfnisse sind:

  • Sicherheitsbedürfnisse zum Bsp. Wohnen, Arbeit, Geld
  • Soziale Bedürfnisse zum Bsp. Freundschaft, Liebe, Zugehörigkeit
  • Ich – Bedürfnisse zum Bsp. Anerkennung
  • Selbstverwirklichung

In der Pyramide wird sichtbar, dass die Bedürfnisse aufeinander aufbauen. Erst wenn wir eine Bedürfnisstufe befriedigt haben, nehmen wir uns die nächste Stufe vor.

Was sind die Merkmale von Bedürfnisse?

  • Bedürfnisse sind Frei.
  • Frei von Zeit, Ort und Person.
  • Sie sind einfach.

Aber wie spüren wir unsere Bedürfnisse? Hören wir genau hin? Nehmen wir sie wahr und ernst und an? Leben wir unsere Bedürfnisse? Oder unterdrücken wir sie?

Der Indikator für ein erfülltes oder unerfülltes Bedürfnis sind unsere Gefühle. Sie zeigen uns, ob es uns gut geht oder nicht. Hinter jedem Gefühl steht ein Bedürfnis.

Zur Veranschaulichung: 

  • Erfüllte Bedürfnisse
    • Hinter einem Gefühl der Freude und Glückseligkeit, kann das erfüllte Bedürfnis von Wertschätzung und Anerkennung stehen. 
    • Hinter dem Gefühl entspannt sein, kann das erfüllte Bedürfnis nach Ruhe oder Klarheit stehen.
    • Hinter einem Völlegefühl in der Magengegend, kann das erfüllte Bedürfnis von Essen und Trinken stehen.
  • Unerfüllte Bedürfnisse
    • Hinter dem Gefühl von Traurigkeit, kann das unerfüllte Bedürfnis nach Nähe und Gemeinschaft liegen.
    • Hinter dem Gefühl von Nervosität, kann das unerfüllte Bedürfnis nach Sicherheit oder Pünktlichkeit liegen.
    • Hinter dem Gefühl von Unwohlsein, kann das unerfüllte Bedürfnis nach Nahrung liegen.

Unsere Gefühle begleiten uns unseren ganzen Tag und zeigen uns immer ob wir gerade unsere Bedürfnisse erfüllen oder nicht. Aber im Alltag hören wir manchmal nicht so auf unsere Gefühle. Oder wir nehmen sie gar nicht erst wahr.

Warum eigentlich nicht?

  • Manchmal fehlt uns der Mut unsere Gefühle wahrzunehmen.
  • Manchmal fehlt uns der Mut über sie zu sprechen.
  • Manchmal wissen wir gar nicht wie wir sie ausdrücken können.
  • Das Erkennen des zugrundeliegenden Bedürfnisses ist die nächste Schwierigkeit.

Ein Anfang im Alltag

Um in Gesprächen sicherer mit den eigenen Gefühlen und den dahinterliegende Bedürfnissen zu werden, hilft es tagsüber immer wieder inne zu halten. Sei es in der Schlange beim Bäcker, in der Morgenrunde, auf dem Heimweg oder abends auf dem Sofa. Es gibt unendlich viele Momente in denen du in dich hinein spüren kannst. Halte inne und mache dir deine momentanen Gefühle bewusst. Nehme deine Empfindungen wahr und schaue, welches Bedürfnis damit Ausdruck gewinnt. Wenn du dein erfülltes oder unerfülltes Bedürfnis klar erkannt hast, dann wertschätze dich dafür. Nehme es dankbar an. Jedes Bedürfnis ist ein Hinweis. Eine Art Wegweiser, damit es dir stets an nichts mangelt und du immer mit allem versorgt bist was dir gut tut.

Jedes Bedürfnis – egal ob erfüllt oder unerfüllt – dient deinem Leben. 

Es gibt keine negativen Bedürfnisse.


Bedürfnisse klar äußern, aber wie?

Wenn du deine Bedürfnisse wahrgenommen hast, folgt der nächste Schritt – sie zu kommunizieren.

  • klar und deutlich
  • direkt oder zu mindestens zeitnah
  • sende eine Ich – Botschaft
  • benenne das Gefühl was in dir ist
  • sorge für die Erfüllung deiner Bedürfnisse

Beispiel:

  • In einem Gespräch mit deiner Kollegin spürst du den Hunger in deiner Magengegend.  Du kannst wie folgt kommunizieren:                                                                                „Ich möchte mich gerne auf unser Gespräch konzentrieren, allerdings knurrt mein Magen vor Hunger. Ich würde gerne etwa essen, damit ich dir wiederkonzentriert zu hören kann
  • Du kommst erschöpft von der Arbeit, mit deinem Kind, heim. Dein Kind ist vom Kindergarten noch völlig aufgedreht und möchte gleich etwas mit dir spielen. Du kannst wie folgt kommunizieren:                                                                                                 „Ich bin gerade sehr erschöpft und würde mich jetzt gerne für 15 min ausruhen. Danach können wir gerne etwas zusammen spielen.“

Bedürfnisse und Kommunikation – wie hängt das zusammen?

Je klarer wir mit uns und unseren Bedürfnissen sind, desto klarer sind wir auch in unserer Kommunikation. Wir nehmen in den jeweiligen Situationen unsere Gefühle wahr und erkennen (nach ein bisschen Übung) das dahinterliegende Bedürfnis. Dieses können wir dann klar benennen und somit verhindern wir Störungen die in der Kommunikation auftreten können. Konflikten und Missverständnissen kann damit vorgebeugt werden.

Beispiel:

Ich befinde mich im Gespräch mit einem Klienten. Ich möchte mich voll und ganz auf ihn und sein Thema konzentrieren, weil das mein Anspruch an meine Arbeit ist. Zu dem ist dass auch die Erwartung des Klienten an mich, schließlich kommt er ja auch nicht grundlos zu mir. Mitten im Gespräch spüre ich nun meine volle Blase. Mein Bedürfnis auf die Toilette zu gehen wird von Minute zu Minute größer. Wenn ich dass nun nicht klar äußere, beeinflusst dass meine Konzentration und ich kann dem Gespräch nicht folgen. Mein Klient spürt dass irgendwas unstimmig ist. Wenn ich mich nun weiterhin nicht klar äußere, könnte der Eindruck entstehen, dass mich mein Klient nicht interessiert. Mein Klient geht nach dem Termin unbefriedigt heim und wird wahrscheinlich nicht wiederkommen.


Fazit

Bedürfnisse sind eine völlig natürliche Erscheinung und sie dürfen sein. Immer und überall. Schließlich sind sie unser Kompass. Sie zeigen uns was uns gut tut und was uns schadet. Sie helfen uns auf unserem Weg glücklich zu sein.

Jedes Bedürfnis – egal ob erfüllt oder unerfüllt – dient deinem Leben. 

Es gibt keine negativen Bedürfnisse. (dies finde ich so wichtig, dass ich es hier  wiederhole. Verinnerliche diese Aussage, damit du entspannter mit deinen Bedürfnissen leben kannst)

Wenn wir sie dann ebenso klar benennen können, wirkt dass positiv in jedem Gespräch.

Es sorgt für:

  • Störungsfreie Kommunikation
  • Unmissverständlichkeit in der Konversation
  • Offenheit bei den Gesprächspartner und daraus folgend Vertrautheit
  • Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und dem Gesprächspartner
  • Wissen um die eigenen Bedürfnisse und die Strategien diese zu befriedigen

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.com

5 Gedanken zu “Bedürfnisse dürfen sein

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