Konflikte als Chance 

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Die Gewaltfreie Kommunikation = eine tolle Möglichkeit zur Lösung von Konflikten

Vorwort

Ich bin ein großer Fan von der Gewaltfreien Kommunikation und von der Mediation. Diese beiden Möglichkeiten bieten eine Chance. Eine Chance auf eine Lösung von Konflikten, ohne das einer als Verlieren vom Platz geht. 

Christina Wenz hat zu diesem Thema eine Blogparade ins Leben gerufen und mein Artikel ist mein Beitrag dazu. Klickt auf Blogparade und ihr werdet weitere tolle Artikel zum Thema „Konflikte als Chance“ finden.

(Alle Artikel zur Blogparade findet ihr unter diesem LINK. Es ist eine bunte Mischung die sehr viele verschiedene Sichtweisen präsentiert. Sei neugierig und klick dich rein.)

Lasst euch inspirieren:

  • Konflikte positiv zu sehen 
  • neue Perspektiven kennenzulernen
  • weitere Optionen eures Lebens zu erkennen und zu leben

Und nun viel Freude beim Lesen.


Los gehts!

Wer kennt sie nicht, diese Gespräche, in denen Wörter gesagt werden die sehr unschön sind. Meistens finden solche Gespräche Nachts statt. Oder wenn wir gerade rein sind von der Arbeit (noch völlig gestresst vom Einkauf kommend). Oder in irgendeiner anderen unpassenden Situation. Erfahrungsgemäß werden in diesen Unterhaltungen Themen an- und besprochen die uns wichtig sind. Das zeigt sich daran, das wir bei ausbleibendem Verständnis mit lauter Stimme reagieren oder den anderen beleidigen oder sogar verbal angreifen.

Wir verletzten unser Gegenüber mit unseren Worten. Dies kann in hitzigen Diskussionen mit purer Absicht geschehen. Am Ende gewinnt niemand. Alle Parteien fühlen sich verletzt und traurig. Von einer  angestrebten Lösung oder einem Kompromiss sind wir dann weit entfernt.

Konflikte entstehen.

Gehören solche Dialoge zur Tagesordnung kann es die Personen mürbe bis krank machen.

Hilfe in Form einer psychologischen Beratung, eines Kommunikationsseminars oder einer Mediation kann unterstützend sein, um diesen Kreislauf zu durchbrechen. Ein Konflikt kann dann als Chance wahrgenommen werden. Eine Chance auf Verbesserung der Lebensumstände oder der Beziehung zum Partner.


Wie unserer Kommunikation geprägt wird

Unsere Kommunikation, die Art wie wir miteinander reden, lernen wir in frühester Kindheit. Im Elternhaus wird uns Neuankömmlingen der Umgang mit- und untereinander gezeigt. Unsere Eltern und Geschwister fungieren hierbei als Vorbild. Die Kleinkinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung.

Lernen wir, dass Kommunikation über die Lautstärke funktioniert, wenden wir diese Methode später selber an.

Lernen wir das unschöne Wörter genannt werden dürfen, wenden wir diese Methode an.

Lernen wir das es wichtig ist im Gespräch zu gewinnen, wenden wir das an.

Unsere erste Prägung wird von der Umwelt weiter geformt. Meistens verfestigen wir unsere Art des Redens, wenn wir keine besseren Möglichkeiten vorgestellt bekommen.

Das bedeutet, dass unsere Kommunikation geprägt sein kann von :

  • Kritik: „So wie du das machst, ist es falsch.“
  • Interpretation: „Du denkst das, weil …“
  • Bewertungen: „ Du bist dick, hässlich, faul, arm…“
  • Strafandrohung: „ Wenn du das nicht machst dann passiert hier ein Donnerwetter.“
  • Verallgemeinerung: „immer, alle, stets …“
  • sich im Recht fühlen

Im Rahmen einer psychologischen Beratung oder eines Kommunikationsseminars werden diese Kommunikationsmuster aufgedeckt. Zusammen mit dem Klienten wird besprochen:

  • von wem habe ich diese Muster gelernt
  • haben mir diese Muster in der Vergangenheit geholfen oder eher geschadet
  • wie geht es mir, wenn ich so rede
  • wie geht es mir, wenn ich sehe, dass es den anderen betroffen macht, wenn ich so rede

Ist dem Klienten sein Kommunikationsmuster bewusst, kann dieses Stück für Stück neu erlernt werden. Eine Form der wertschätzenden Kommunikation ist die Gewaltfreie Kommunikation.


Was ist die Gewaltfreie Kommunikation?

Die Gewaltfreie Kommunikation wurde von Marshall Rosenberg ins Leben gerufen. Bei dieser Art der Kommunikation richtet sich die Aufmerksamkeit auf das, was einem wichtig ist. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse stehen hierbei im Mittelpunkt.

Dabei wird alles vermieden was beim Gegenüber als Kritik, Bewertung, Angriff oder Beschuldigung ankommen könnte. Diese „gewaltvolle Sprache“ löst beim Gegenüber eine Verteidigungshaltung oder Aggression aus. In Gesprächen wirken diese Eigenschaften eher kontraproduktiv.

Wir kommen weg von den Du – Botschaften und hin zu den Ich – Botschaften.

Im Gespräch tauschen wir uns über die individuellen Bedürfnisse und Wünsche aus. Wir schauen auf uns, auf unser Gefühl. Wie geht es mir in diesem Gespräch? Was ist mir wichtig und warum? Welches Bedürfnis wird gerade genährt und welches nicht? All diese Fragen werden beantwortet.

Im Beratungs- oder Seminarkontext wird dies Schritt für Schritt gemeinsam mit dem Klienten erarbeitet.

An einem konkreten Beispiel kann der Klient die einzelnen Schritte üben und festigen. Reale Situationen können bearbeitet werden.

Der Vorteil dabei:

  • es ist Praxisnah
  • der Klient kann sich auf eine bestehende Situation vorbereiten
  • der Klient übt die einzelnen Schritte um sie im Alltag anwenden zu können
  • der Klient erhält eine zeitnahe Rückmeldung über sein Kommunikationsverhalten

Die vier Schritte im Überblick

  1. Beobachten – statt Bewerten und Interpretieren
  2. Gefühle – wahrnehmen, fühlen und benennen
  3. Bedürfnisse – wahr- und ernst nehmen (sowohl die Eigenen wie auch die der Anderen)
  4. Bitte – auf Grundlage der Bedürfnisse klar äußern (konkret, positiv, erfüllbar, verhandelbar)

Ein Beispiel zum Verständnis

Die Ehefrau sitzt bei mir in der Praxis. Sie beschwert sich darüber das ihr Mann abends immer spät nach Hause kommt. Auf die Frage wie sie in dieser Situation reagiere, antwortet sie.

„Sobald ich sein Auto vor dem Haus höre bekomme ich Puls. Ich bin dann von jetzt auf gleich so sauer, dass ich platzen könnte. Wenn ich dann den Schlüssel an der Tür höre, stelle ich mich schon bereit. Und sobald er durch die Tür kommt, frage ich ihn wo er den so lange war. Ich erkläre ihm, dass er sich unmöglich verhält, kein Interesse an mir und den Kinder hat und ob das jetzt für immer so sein soll. Meistens werde ich laut dabei. Wenn dann alles gesagt ist gehe ich ins Bett.“

Auf die Frage, was denn ihr Mann dazu sagt, meinte sie, dass wisse sie nicht wirklich. Schließlich geht sie ja gleich ins Bett und bestraft ihn mit Ignoranz.

Im nächsten Schritt bitte ich die Dame mir nur die Beobachtung zu nennen.

  • Mein Mann kommt täglich gegen 20 Uhr nach Hause.

Sie brauchte einige Anläufe um von den Bewertungen hin zur reinen Beobachtung zu kommen.

Der nächste Schritt war, dass sie mir ihr Gefühle mitteilen sollte.

  • Ich bin traurig das er abends spät heim kommt.

Auch hier dauerte es eine Weile eher sie sich drauf einlassen konnte ihr Gefühle wahrzunehmen.

Meistens versteckt sich die Trauer hinter Wut und Zorn.

Der darauf folgende Schritt war, dass sie mir ihr Bedürfnis nennt, welches nicht genährt ist.

  • Ich möchte am Abend gerne mit meinem Mann Zeit verbringen. (Bedürfnis nach Nähe/ Austausch/ Gemeinschaft)

Im letzten Schritt formulierte sie eine Bitte an ihren Mann.

  • Wenn ich sehe, dass du abends immer erst um 20 Uhr nach Hause kommst, macht mich das traurig, weil ich gerne mit dir Zeit verbringen möchte. Ich bitte dich etwas früher nach Hause zu kommen, damit wir uns über den vergangen Tag noch austauschen können. Das ist mir wichtig.

Da eine Bitte immer verhandelbar sein sollte, kann sie mit ihrem Mann nun die einzelnen Punkte konkretisieren, wie beispielsweise die Uhrzeit.


Das Wort zum Schluss

Unsere Schwierigkeit liegt darin, dass die Meisten nicht gelernt haben auf ihr Bedürfnisse und Gefühle zu schauen, geschweige dann danach zu handeln. Viele haben nicht gelernt bekommen richtig zu Bitten, ohne das es wie eine Forderung formuliert ist. Und wir haben nicht wirklich gelernt uns ehrlich und echt zu zeigen. Für viele in der heutigen Zeit eine große Barriere, wo doch durch die Medien zusätzlich viel Misstrauen geschürt wird. Gerne verstecken sich die Menschen hinter ihrem online Leben und der dortigen Kommunikation. Aber ist das echt?

Zeigen wir uns auf solchen Portalen immer genauso wie wir sind – im realen Leben?

Ist es nicht leichter aus der Deckung heraus zu kommunizieren, ohne sich zu zeigen und ohne auf den andere einzugehen?

Aber werden wir dabei wirklich glücklich und zufrieden?

Werden wir wirklich gesehen, mit all unseren Eigenschaften und Wünschen?

Werden wir wirklich verstanden und wahrgenommen?

Ist es das was jeder einzelne wirklich will?

  • Der Mensch hat das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Austausch.

Wollen wir gut miteinander reden. Uns wirklich austauschen und wirklich wissen wie es dem anderen geht. Dabei noch unsere eigenen Bedürfnisse befriedigen. Dann kann es hilfreich sein auf seinen Kommunikationsstil zu achten. Eine psychologische Beratung, ein Kommunikationsseminar oder eine Mediation kann dabei sehr unterstützend sein.

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Erleben.

Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

Bildquelle: www.pixabay.com

9 Gedanken zu “Konflikte als Chance 

    • janaludolf schreibt:

      Das habe ich sehr sehr gerne gemacht. 🙂 Konflikte sind immer wieder ein Thema und das meistens negativ. Um den Konflikt als Chance zu sehen und zu erleben muss darüber geschrieben werden. Ganz viel und ganz oft.

      Gefällt mir

  1. Elke Kuhn schreibt:

    Ein spannendes Thema. Toll geschrieben. Gewaltfreie Kommunikation kommt immer gut. Gerade in emotionalen Stresssituationen sind Menschen froh, wenn sie spachliche Alternativen haben. Jeder will aus Konflikten auch wieder „gut raus!“

    Gefällt mir

    • janaludolf schreibt:

      Guten Morgen Elke,

      vielen Dank für deine Worte. Und ja, jeder möchte aus Konflikten raus und manchmal fehlt einfach der Anfang dazu. Die Gewaltfreie Kommunikation bietet so für jeden ein Gerüst, an dem die Gesprächspartner sich lang hangeln können. Genial, wie ich finde.

      Sonnige Grüße
      Jana

      Gefällt mir

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