Die Angst unverstanden zu bleiben und Unverständnis zu erhalten

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@Tanja Klose

Erster Teil zu „Die 5 Ängste in der Kommunikation“

 

In meinem Leitartikel  zu diesem Thema habe ich geschrieben, dass ich die fünf häufigsten  Ängste in der Kommunikation mit je einem eigenen Artikel beleuchten werde.

Dies ist der erste Artikel zu dieser Serie und ich wünsche mir, dass du als Leser für dich einige Dinge daraus mit in den Alltag nehmen kannst.

Was ich mit diesem Artikel nicht leisten kann, ist ein Therapieersatz bei vorliegender Angststörung. In diesem Fall bitte ich dich, geh zu einem Facharzt und hole dir dort die Hilfe, die du brauchst.


Die Angst unverstanden zu bleiben

Jede Kommunikation ist Beziehung. Das heißt, wenn wir mit jemanden ins Gespräch kommen, dann haben wir für ein paar Minuten eine Kommunikationsbeziehung mit demjenigen. In diesen Minuten wollen wir uns mitteilten und verstanden werden. Wir wollen unsere Gedanken ausdrücken und hoffen das uns unser Gegenüber versteht.

Den diese Angst, nicht verstanden zu werden, begleitet uns oft.

  • Sei es, dass unser Partner nicht versteht, warum wir gerne mit unserer Freundin alleine in Urlaub wollen.
  • Sei es, dass unsere Eltern nicht verstehen, warum wir mit der Familie ins Ausland ziehen.
  • Sei es, dass unsere Kinder nicht verstehen, warum wir nicht wollen, dass sie bis Mitternacht in die Disco gehen.
  • …..

Ebenso die Angst, Unverständnis zu ernten.

  • Sei es, dass wir als Pubertäre Angst haben, dass unser Eltern unseren Berufswunsch nicht nachvollziehen können.
  • Sei es, dass wir als Trennungskinder Angst haben, dass Mama nicht versteht, warum ich gerne bei Papa bin.
  • Sei es, dass wir als Stiefmutter Angst haben, dass unser Partner unsere Meinung nicht teilt.
  • …..

Solche oder ähnliche Situation kennt jeder von uns. Dieses Grummeln in der Magengegend und der Gedanke „Soll ich nun was sagen, oder lieber nicht?“

Nicht verstanden zu werden setzen viele gleich mit „Ich werde nicht akzeptiert.“ oder „Ich werde nicht geliebt.“

In meinen Augen hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Da ich immer vom Positiven ausgehe, bin ich davon überzeugt, niemand versteht den anderen einfach so nicht. Aus einer Laune heraus, um ihn zu verletzten. Sondern dieses nicht verstehen – was der Andere meint und fühlt und möchte und sich wünscht – rührt daher, dass zwei unterschiedliche Partner aufeinander treffen. Jeder hat seine Wortwahl, seine Wertungen und Ansichten, seine Erfahrungen und auch Träume. Es ist, als würde zwei Fremdsprachen aufeinander treffen.

  • Wie kann mein Gegenüber mich verstehen, wenn er meine Erfahrungen gar nicht gemacht hat?
  • Wie kann mein Gegenüber mich verstehen, wenn er ganz anderer Träume hat?
  • Wie kann mein Gegenüber mich verstehen, wenn er die Situation ganz anders bewertet?

Um verstanden zu werden, reden wir miteinander. Denn nur so, durch den Austausch, das Miteinander, erfahren wir Verständnis. Meistens staunen die Anderen über unsere Ansicht oder beneiden uns für unseren Mut.

Kommunikation bedeutet eben nicht nur Smalltalk. Manchmal ist es harte Arbeit – gerade in Konfliktsituationen – unter Anwendung der Mediation.

Auch wenn wir in einer schnelllebigen Zeit leben, sollten wir uns für die Kommunikation Zeit nehmen. Den nur so kann die Angst, nicht verstanden zu werden und die Angst vor Unverständnis, abgebaut werden. Durch erlebte Erfahrung. Durch Situationen in denen wir solange miteinander in Beziehung / im Gespräch waren, bis wir uns verstanden gefühlt haben. Dann gehen wir gestärkt aus diese Situationen heraus und können in einem neuen / anderen Gespräch positiver auftreten.


Ideenwege für deinen Alltag

1. Nachfragen

Hast du das Gefühl, dein Gesprächspartner hat dich nicht verstanden, dann frage nach. Frage nach, ob dein Gesagtes so angekommen ist, wie du es dir gewünscht hast. Frage nach, ob dein Gegenüber deine Worte verstanden hat. Manchmal benutzen wir Fachbegriffe und unser Gegenüber versteht nur Bahnhof. Deshalb frage nach.

Nachfragen ist keine Schande, sondern ein Zeichen dafür, das dir die Kommunikation wichtig ist. Gerade in Konflikten ist Nachfragen von Bedeutung, denn wenn die Emotionen hochkochen, können die Aussagen falsch verstanden werden.

Viele fragen nicht nach, weil sie glauben, dass ihr Gegenüber das als Beleidigung auffassen könnte. Aus dieser falschen Annahme heraus – wir wissen nicht was unser Gegenüber denkt – können Missverständnisse entstehen.

2. klare Aussagen treffen

Sei klar in deiner Aussage. Liegt dir die Kommunikation am Herzen, dann lasse all das weg, was zu Missverständnissen führen kann.

3. Störungen haben Vorrang

Das mag sich jetzt für dich unwirklich anhören. Haben wir doch in den ersten beiden Punkten von Ideen gesprochen, die direkt mit deiner Kommunikation zu tun haben, sprechen wir jetzt von Dingen die deine Kommunikation indirekt betreffen.

In diesem Punkt geht es darum, dass du alle Dinge die deine Kommunikation von aussen beeinflussen können, ausschaltest.

Was meine ich damit?

  • schalte den Fernseher / das Radio aus – in wichtigen Gesprächen lenken sie ab
  • sorge für einen angenehmen Raum – ist dir zu kalt mach die Heizung an/ schließe das Fenster; ist dir zu warm: öffne eine Fenster / schalte die Heizung ab
  • schaue nach deinen Bedürfnissen von Hunger/ Durst/ Pippi machen – sind diese nicht erfüllt, fällt es schwer sich klar auszudrücken oder präsent im Gespräch zu sein

So wie dich diese Punkte beeinflussen, beeinflussen sie auch dein Gegenüber. Frage nach, wenn du das Gefühl hast, das einer dieser Angelegenheiten deinen Gesprächspartnern behindern. Behindern beim Zuhören, behindern beim Verstehen, behindern in eurer Kommunikation.


Für kleine Hilfestellungen in der Umsetzung kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Sowohl per Email als auch persönlich bin ich als Unterstützung für dich da.

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!

Sonnige Grüße

Jana

4 Gedanken zu “Die Angst unverstanden zu bleiben und Unverständnis zu erhalten

  1. PeZi schreibt:

    Mir gefallen Deine Artikel. Sie sind kurz, leicht verständlich und auf den Punkt gebracht. Gut fand ich noch mal den Aspekt äußere Störfaktoren, wie Kälte, körperliche Bedürfnisse etc. in den Fokus zu rücken. Ich glaube, häufig vergisst man gerade diese Dinge vor wichtigen Gesprächen. Zu Punkt 1 möchte ich aber noch anmerken, dass es oft auch hilft, das Gesagte des Gegenübers von selbst zu wiederholen, sprich Paraphrasieren („Habe ich Dich richtig verstanden, dass Du das und das meinst?“)

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  2. janaludolf schreibt:

    Liebe Pezi,

    vielen Dank für deine Rückmeldung und das ich dich mit meinen Artikeln erreichen kann. Das macht mich schon ein wenig stolz 🙂
    Mit dem Paraphrasieren stimme ich dir voll zu. Diese Technik kann sehr hilfreich sein. Meine Erfahrung ist, dass sich viele damit unwohl fühlen, weil sie sich wie ein Papagei vorkommen. Frei nach dem Motto „Ich äffe ja dann alles nach“ Richtig angewandt ist diese Technik sehr fördernd für eine störungsfreie (und angstfreie) Kommunikation.

    Mit sonnigen Grüßen
    Jana

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